Betrugs-Vorwürfe: Strafanzeige gegen Teldafax-Chef Klaus Bath
zuletzt aktualisiert: 19.11.2010 - 06:14Düsseldorf (RPO). Der größte unabhängige deutsche Stromanbieter Teldafax wird zum Fall für die Strafverfolgungsbehörden. Einem Zeitungsbericht zufolge liegt gegen den Vorstandsvorsitzenden Klaus Bath eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung und Beihilfe zum Betrug vor.
Die Anzeige sei bei der Staatsanwaltschaft Landshut eingegangen, berichtet das "Handelsblatt". Ein Sprecher der Behörde bestätigte der Zeitung auf Anfrage den Eingang der Anzeige, wollte sich zu Details jedoch nicht äußern. Die Prüfung werde voraussichtlich noch Wochen dauern.
Neben Bath sei auch dessen Vorgänger Michael Josten angezeigt worden, schreibt das Blatt. Josten sitzt wegen einer früheren Verurteilung wegen Anlagebetrugs bereits in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal ein.
Teldafax äußerte sich zu der Strafanzeige in Landshut nicht, teilte auf Anfrage jedoch mit, dass schon die Staatsanwaltschaft Bonn ein Überprüfungsverfahren gegen Bath eingeleitet habe. Derzeit bestehe jedoch kein Anfangsverdacht.
Die Anzeige wurde erstattet von dem Unternehmensberater Stefan Löhr aus Würzburg. Er hatte in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Kollegen mehr als eine Million Euro von privaten Investoren bei der Fondsgesellschaft Debi Select angelegt. Von dieser seien Löhr zufolge Gelder unter anderem an das hochverschuldete Unternehmen Teldafax geflossen. Er könne nicht "ruhigen Gewissens zusehen, wie hier mit Geldern meiner Kunden umgegangen wird", sagte Löhr dem "Handelsblatt". Er habe inzwischen die Debi-Select-Geschäftsführer Josef Geltinger und Peter Ziegler wegen Betrugs angezeigt.
Löhr befürchte nun, dass die beiden genauso wie Teldafax-Chef Bath Teil eines Systems sind, das von dem bereits verurteilten Anlagebetrüger Michael Josten ausgedacht und initiiert wurde.
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