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Gegen Lohnkürzungen: Streik legt Münchner Nahverkehr lahm

zuletzt aktualisiert: 15.09.2005 - 21:03

München (rpo). Nach dem Motto: "Alle Räder stehen still" hat ein ganztägiger Streik den öffentlichen Nahverkehr in München und fünf anderen bayerischen Städten am Donnerstag lahm gelegt.  Auf den Straßen kam es zeitweise zu langen Staus, das befürchtete Verkehrschaos blieb aber aus.

"U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Busse stehen still", sagte der Geschäftsführer der städtischen Münchner Verkehrsgesellschaft, Herbert König. Mit dem Ausstand protestierte die Gewerkschaft ver.di gegen geforderte Lohnkürzungen für die 7.000 Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe in Bayern.

In München, Passau, Landshut, Schweinfurt, Bayreuth und Würzburg blieben am Morgen alle städtischen Busse und Bahnen in den Depots. Nur die Münchner S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, sowie private Busse fuhren weiter.

Auf den Straßen der Landeshauptstadt kamen die Autos im morgendlichen Berufsverkehr streckenweise nur im Schritttempo voran. Auch die privaten Busse, für auf einem Notnetz verkehrten, fuhren mit Verspätungen. "Es gab aber kein Verkehrschaos. Offenbar sind viele mit dem Radl gefahren", sagte eine Polizeisprecherin.

Ver.di-Bereichsleiterin Siegi Kreuzer sagte: "Die meisten Fahrgäste haben - bei allem Grant - sehr viel Verständnis für die Anliegen der Streikenden geäußert." Mehr als 1.000 Beschäftigte hätten gestreikt. Die Kommunen wollten Zuschläge drastisch kürzen und die Arbeitszeiten von 38,5 auf 40 Stunden verlängern. Dagegen will die Gewerkschaft den bisherigen Tarifvertrag verlängern. Die Verhandlungen werden am Montag fortgesetzt.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte den Streik. Wer seine Monatskarte bezahlt habe, könne nicht für unzureichende Löhne verantwortlich gemacht werden. Der Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft, Herbert König, verwies auf billigere private Wettbewerber sowie auf die steigenden Öl- und Strompreise und sagte Fahrpreiserhöhungen im ganzen Bundesgebiet voraus.

Quelle: ap

 
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