| 14.22 Uhr

Piloten-Streik
Lufthansa streicht für Donnerstag 912 Flüge

Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende
Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende FOTO: dapd, Mario Vedder
Frankfurt/Main. Wegen des verlängerten Pilotenstreiks streicht die Lufthansa auch am Donnerstag eine Vielzahl von Flügen. Diesmal sind 912 Verbindungen betroffen. Lufthansa kündigte an, die millionenschwere Schadensersatzklage gegen die Gewerkschaft wieder aufzunehmen.

Die 912 entfallenden Flüge entsprichen etwa der Hälfte des Flugprogramms der Kernmarke Lufthansa. Bereits am heutigen Mittwoch waren 876 Verbindungen wegen des Streiks gestrichen worden. An beiden Streiktagen zusammen seien rund 215.000 Passagiere betroffen.

In der Lufthansa-Gruppe fänden am Donnerstag 2088 von rund 3000 geplanten Flügen statt, teilte das Unternehmen weiter mit. Konzerngesellschaften wie die Swiss, die AUA oder die Eurowings werden von den Piloten nicht bestreikt.

Das Unternehmen forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erneut zu einer Schlichtung auf. "Die Forderung der VC nach einer Vergütungserhöhung von mehr als 20 Prozent geht weit über das hinaus, was andere Beschäftigtengruppen erhalten haben", sagte Personalchefin Bettina Volkens einer Mitteilung zufolge.

Lufthansa will millionenschwere Schadenersatzklage weiterverfolgen

Im Tarifkonflikt mit ihren Piloten setzt Lufthansa die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit jetzt unter finanziellen Druck. Eine zwischenzeitlich ruhende Schadenersatzklage über 60 Millionen Euro werde nun wieder weiterverfolgt, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Frankfurt. Die Forderung bezieht sich auf die erste Streikrunde im aktuellen Tarifkonflikt aus dem April 2014, die vom Unternehmen als nicht rechtmäßig eingeschätzt wird.

Lufthansa hatte die Klage ruhen lassen, um die laufenden Gespräche mit der Vereinigung Cockpit nicht zu belasten. Das hat sich mit der mittlerweile 14. Streikrunde erledigt. Eine erfolgreiche Forderung in dieser Höhe würde die Gewerkschaft überschulden. Allerdings haben Gerichte bislang äußerst selten entschieden, dass Gewerkschaften nach Arbeitskämpfen Schadenersatz leisten müssen.

Vereinigung Cockpit hatte Schlichtung abgelehnt

Die VC-Piloten legten die Fluglinie seit der Nacht zum Mittwoch mit ihrem mittlerweile 14. Streik großenteils lahm. Die Gewerkschaft verteidigte den neuen Streik. "Wir sind abgekoppelt worden von der Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten fünf Jahren und da möchten wir nicht länger zuschauen", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg im ZDF-"Morgenmagazin". Solange "kein verhandlungsfähiges Angebot" von der Lufthansa komme, könne es immer wieder zu neuen Ausständen kommen.

Eine Schlichtung hatte die VC bereits am vergangenen Mittwoch abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. "Das ist aus unserer Sicht kein seriöses Angebot", sagte Handwerg. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass es sei fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen gegeben habe, während das Unternehmen Milliardengewinne eingefahren habe.

Rund 5400 Piloten betroffen

Der Anlass des aktuellen Streiks sind die Forderungen zum Gehalt der rund 5400 betroffenen Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.

Lufthansa reservierte nach eigenen Angaben im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum München vorsorglich fast 4000 Hotelzimmer. Für Fluggäste, die aufgrund fehlender Visa nicht nach Deutschland einreisen dürfen, seien in Frankfurt rund 400 Feldbetten aufgebaut worden.

Was Sie zum Streik wissen müssen, lesen Sie hier.

 

(das/dpa)
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