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Vorwurf von Verbraucherschützern: Strompreise: Verbraucher zahlen deutlich zu viel

zuletzt aktualisiert: 12.03.2007 - 09:40

Hamburg (RPO). Der Bund der Energieverbraucher hat die großen deutschen Stromkonzerne scharf attackiert. "Die Preispolitik der Multis ist Freibeuterei zu Lasten der Verbraucher", so der Vorwurf von Verbandschef Aribert Peters. Kunden würden für eine Kilowattstunde Strom bis zu drei Cent zu viel bezahlen.  

Hintergrund der Attacke sind ungeklärte Geschäftsaktivitäten in der Leipziger Strombörse EEX. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, anonym verschickte, streng geheime Handelsdaten der Strombörse zeigten, dass die großen Energiekonzerne die Preise an der EEX hochtreiben könnten.

Nach Berechnungen der Verbraucherorganisation zahlten Privathaushalte und Industrieunternehmen aufgrund überteuerter Handelspreise an der Leipziger EEX für jede Kilowattstunde Strom drei Cent zu viel, schreibt indes die "Bild"-Zeitung. Das ergebe eine zusätzliche Kostenbelastung von jährlich 13,5 Milliarden Euro. Den Berechnungen des Verbands zufolge zahle ein Musterhaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer Stromrechnung von 700 Euro im Jahr damit 105 Euro jährlich zu viel.


Im "Mehr zum Thema: Was unsere Nachbarn für Strom bezahlen" erfahren Sie, wie die deutschen Strompreise im europäischen Vergleich einzuordnen sind. Unten geben wir Ihnen noch hilfreiche Tipps zum Stromsparen.

Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) forderte politische Konsequenzen im Strommarkt. "Das Preistreiber-Quartett muss aufgelöst werden, das Kartellamt einen Zwangsverkauf von Kraftwerken anordnen können", sagte er der Zeitung.

Der Fraktionsvize der FDP, Rainer Brüderle, verlangte Änderungen im Marktverhalten der Großkonzerne. "Ich fordere die großen Stromversorger auf, ihre Preispolitik transparent zu machen und ihre Marktmacht nicht auszunutzen", sagte Brüderle der Zeitung. Ein Sprecher des Stromkonzerns RWE erklärte zu Vorwürfen: "Wir manipulieren keine Preise und dominieren keinen Markt."

Quelle: afp

 
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