"Bank des Südens": Südamerika will Alternative zur Weltbank
zuletzt aktualisiert: 22.05.2007 - 22:00Asunción (RPO). Mehrere südamerikanische Staaten haben sich auf die Schaffung einer "Bank des Südens" als Gegengewicht zur Weltbank und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) verständigt.
Die neue Finanzinstitution sei nun eine Realität, sagte am Dienstag Paraguays Staatschef Nicanor Duarte als derzeitiger Vorsitzender der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur nach einem Mini-Gipfel in Asunción.
Nun müssten Führung und Verfahrensweisen noch abgestimmt werden. Ein entscheidener Beschluss zur Schaffung der Bank des Südens soll beim Gipfel der Mercosur-Staatschefs getroffen werden, der Ende Juni ebenfalls in der paraguayischen Hauptstadt stattfindet.
Der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro bezeichnete die Bank des Südens als "starke Alternative", die auch den Staaten Asiens und Afrikas offen stehe. An dem Treffen in Asunción hatten die Außenminister der Mercosur-Staaten Paraguay, Uruguay, Venezuela, Argentinien und Brasilien sowie von Ecuador teilgenommen.
Die Bank des Südens geht auf eine Initiative des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zurück, der in IWF und Weltbank "Mechanismen des Imperialismus" sieht und Anfang Mai den Rückzug seines Landes aus den beiden Institutionen ankündigte. Ecuadors sozialistischer Staatschef Rafael Correa wies einen Weltbank-Vertreter aus seinem Land aus. Argentinien, Uruguay und Brasilien entzogen sich dem Einfluss des IWF durch die Begleichung ihrer Schulden.
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