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Nach Gewinnwarnung des Unternehmens: T-Aktie im freien Fall

zuletzt aktualisiert: 29.01.2007 - 15:46

Frankfurt/Main (RPO). Die Telekom kommt nicht nur Ruhe. Nach der Gewinnwarnung des Unternehmens gerät auch die T-Aktie an der Frankfurter Börse massiv unter Druck. Das Papier verlor bis 13.20 Uhr rund fünf Prozent und sank auf 13,45 Euro. 

Analysten erwarten für dieses Jahr zwar keine weitere Ergebniskorrektur, trauen der Telekom-Aktie aber auch keinen größeren Anstieg mehr zu. Die überraschende zweite Gewinnwarnung innerhalb eines halben Jahres vom Sonntag, wonach das Unternehmen seine Erwartungen an das Betriebsergebnis in diesem Jahr um bis zu 1,2 Milliarden auf 19,0 Milliarden Euro senkt, habe das Vertrauen in das Wertpapier und das neue Management erschüttert, erklärten die Experten.

Nach Ansicht von Branchenkennern bestätigt die Gewinnwarnung einmal mehr grundlegende und dauerhafte strukturelle Probleme des Bonner Konzerns. Der Ex-Monopolist werde im Inland im Zuge der Marktöffnung politisch gewollt auch in Zukunft weitere Verluste beim Marktanteil hinnehmen müssen. Angesichts dessen sei die vom neuen Vorstandschef René Obermann angekündigte massive Serviceverbesserung der richtige Weg. Einer Expansion im Ausland zur Kompensation sind nach Einschätzung der Beobachter Grenzen gesetzt. "Ich wüsste derzeit nicht, wo ein Kursaufschwung herkommen sollte", fasste Andreas Heinold von der Landesbank Baden-Württemberg die Situation zusammen.

Insgesamt "eher skeptisch" steht auch Jochen Reichert von SES Research der weiteren Entwicklung der Deutschen Telekom gegenüber. In diesem Jahr werde der Konzern mindestens wieder 1,5 Millionen bis 2,0 Millionen Festnetzkunden in Deutschland verlieren, prophezeite der Experte. Auf den europäischen Mobilfunkmärkten, wo die Telekom ebenfalls präsent ist, bestünden zudem eine hohe Wettbewerbsintensität und ein starker Preisdruck. Hinzu komme, dass auch in den USA, wo T-Mobile bislang die Wachstumslok des gesamten Konzerns bilde, mit einem zunehmenden Preisdruck zu rechnen sei.

Nach der Gewinnwarnung gerät auch der neue Konzern-Chef René Obermann erheblich unter Druck. "So verspielt man Glaubwürdigkeit", kommentiert zum Beispiel die "Financial Times Deutschland" und bescheinigt dem Manager einen schwachen Start ins Amt.

Auch der Preisverfall der ehemals als Volks-Aktie beworbenen T-Aktie könnte dem Image des Unternehmens weiter schaden.

Ein Grund für die überraschende Gewinnwarnung: Das Unternehmen steckt deutlich mehr Geld in seine Service-Abteilung. "2007 müssen wir mehr investieren als geplant", kündigte Obermann an. Die Konzernführung wisse, was zu tun sei, um das Geschäft in Deutschland zu beleben. So werde auch an der Preispolitik und an der Vermarktungsstrategie weiter gearbeitet, außerdem müsse "letzter Schliff" an die Produktstabilität gelegt werden.

Ein zweiter Grund: Der Preisdruck der Konkurrenz stellt des Ex-Monopolisten vor erhebliche Probleme. Zu schaffen macht der Telekom besonders der harte Wettbewerb im Festnetzbereich. Dort verlor das Unternehmen im vergangenen Jahr fast 2,1 Millionen Kunden, wie Obermann einräumen musste. Zudem erwartet die Telekom, dass die Preise im Mobilfunkgeschäft weiter fallen werden.

Zudem bitter für das Unternehmen: Der schwache Dollarkurs reduziert die zum Teil guten Gewinne, die die Telekom in den USA erwirtschaftet.

Die Gewinnwarnung verhagelt Obermann den Start in sein neues Amt. Dabei wollte der Manager eigentlich mit einer Erfolgsmeldung auf sich aufmerksam machen: Das neue Tarifsystem scheint sich für das Unternehmen auszuzahlen. Bis zum Sonntag entschieden sich mehr als vier Millionen Kunden für einen der neuen Tarife. Obermann hatte im November die Konzernführung von Kai-Uwe-Ricke übernommen.

Quelle: ap

 
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