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Netzausfall legt Millionen Handys lahm: T-Mobile-Chef entschuldigt sich

VON THORSTEN BREITKOPF UND CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 22.04.2009 - 08:08

Frankfurt/Main (RPO). Alle T-Mobile Kunden können wieder telefonieren. Wie die Telekom mitteilte, ist die bundesweite Störung im Handy-Netz behoben. T-Mobile-Chef Georg Pölzl entschuldigte sich bei allen Kunden. Am Dienstag konnten Millionen von T-Mobile-Nutzern wegen eines Computerproblems stundenlang nicht telefonieren. Die Panne löste bei vielen Verärgerung aus. 

Millionen T-Mobile-Nutzer konnten am Dienstag mehrere Stunden nicht telefonieren.  Foto: ddp, ddp
Millionen T-Mobile-Nutzer konnten am Dienstag mehrere Stunden nicht telefonieren. Foto: ddp, ddp

Alle Kunden könnten wieder telefonieren, sagte der Chef der Telekom-Handysparte T-Mobile, Georg Pölzl, am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Die Störungen seien im Laufe der Nacht komplett beseitigt worden. Zugleich entschuldigte sich Pölzl bei allen T-Mobile-Kunden. Das Unternehmen sei stets bemüht, seinen Kunden die neueste und beste Technologie anzubieten, sagte er. Allerdings sei nie hundertprozentig auszuschließen, dass es zu Störungen komme.

Grund für den Ausfall sei ein Software-Fehler bei einem Server, dem Home Location Register, gewesen. Die betroffene Technik sorgt dafür, dass eine Verbindung zwischen Mobilfunkstation und der zugehörigen Rufnummer hergestellt wird. Dort werden die Telefonnummern den einzelnen SIM-Karten zugeordnet. Ein Sprecher des Unternehmens verglich die Funktion des Servers zuvor mit der eines Pförtners. Ohne den sei es weder möglich in das T-Mobile-Netz hinein, oder hinauszutelefonieren. Wie es zu dem Serverausfall kommen konnte, ist noch unklar.

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39 Millionen T-Mobile-Kunden

Pölzl sagte im ZDF, die Telekom habe hier im vergangenen Jahr ein neues System installiert. Nun sei es genau dort zu der Störung gekommen. Die Ursachen sollten nun weiter untersucht werden. Ein solcher Fehler dürfe nicht vorkommen, sagte der T-Mobile-Chef.

Das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom war am Dienstag in weiten Teilen Deutschlands ausgefallen. Fast 40 Millionen Handynutzer waren betroffen. Weite Teile des Sprach- und SMS-Dienstes konnten nicht benutzt werden. Bei Anruf Besetztzeichen. "Anruf abgelehnt" erschien auf dem Display. Betroffen waren auch Kunden anderer Anbieter, die auf das D1-Netz zurückgreifen.

Verärgerte Kunden

Noch ist unklar, ob das Netz bundesweit ausgefallen ist. In Frankfurt oder Hamburg ließ sich offenbar mit einigen T-Mobile-Karten telefonieren. Die Telekom will dem am Mittwoch nachgehen. Es geht darum, erst einmal das Ausmaß des Schadens zu erfassen. Auch die Frage, wie viele SMS und Anrufe durch den Ausfall blockiert waren, ist noch nicht geklärt.

Der Absturz der Computersoftware ereignete sich am Dienstag Nachmittag gegen 16 Uhr. Bis 20.30 Uhr seien etwa 80 Prozent des Netzes wieder verfügbar gewesen, ab etwa 22 Uhr sollte das Netz wieder flächendeckend funktionieren, erklärte T-Mobile-Sprecher Dirk Wende. In der Nacht wurde durchgearbeitet, um die letzten Störungen zu beheben.  

Verärgerte Menschen drängten sich in Düsseldorf am Dienstag vor dem Telekom-Laden. Andere versuchten, über das Service-Center am Telefon Hilfe zu bekommen. Das Internet-Angebot war überlastet. Bis zum frühen Abend hatte das Unternehmen auf seiner Webseite keinen Hinweis für seine Kunden veröffentlicht. Später war lediglich zu lesen: "Technische Störung - Netzausfall. Aufgrund einer technischen Störung steht Ihnen das T-Mobile Netz zurzeit nicht zur Verfügung. Wir arbeiten intensiv an einer Behebung der Störung."

Schaden von einer Million stündlich

Professor Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen spricht gegenüber unserer Redaktion von einem "katastrophalen Imageverlust für die Telekom." Nach seinen Schätzungen entsteht der Telekom stündlich durch den Ausfall ein Schaden von einer Million Euro.

Hoffnungen auf Schadenersatz dürfen sich Kunden nicht machen. Die AGB schließen eine Haftung für derartige Fälle aus, so der Wissenschaftler.

Keine unmittelbaren Auswirkungen hatten die Probleme im D-1-Netz übrigens auf die Regierungstätigkeit in der Hauptstadt. "Die Kanzlerin ist jederzeit erreichbar", sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Wenn es ein technisches Problem gebe, werde schnellstmöglich eine Ersatzlösung gefunden.

Die Kanzlerin lässt sich über Vorgänge gern per SMS auf dem Laufenden halten. Welches Handy-Netz die Regierungschefin benutzt, konnte oder wollte der Sprecher nicht sagen.

Quelle: RP

 
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