Verlust bisher deutlich reduziert: T-Online will in die Gewinnzone
zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 15:56Weiterstadt (rpo). Der größte deutsche Internetdienstleister T-Online will im laufenden Jahr in die Gewinnzone. Die Chancen dazu stehen gar nicht schlecht, hat das Unternehmen bereits im abgeschlossenen Geschäftsjahr seine Verluste deutlich reduzieren können.
"Der Konzern erwarte einen Jahresüberschuss von 150 bis 250 Millionen Euro, sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Dienstag im südhessischen Weiterstadt. Der Umsatz des Konzerns werde 2004 voraussichtlich um 350 Millionen Euro auf dann 2,2 Milliarden Euro zulegen.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll 2004 auf 400 bis 450 Millionen Euro steigen. "Trotz der insgesamt nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage und einer geringen Konsumneigung in Deutschland ist der Wachstumstrend von T-Online weiter ungebrochen", sagte Vorstandschef Thomas Holtrop. Nach Unternehmensangaben kletterte der Umsatz 2003 um 18,1 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Das EBITDA legte gegenüber 2002 von 74,1 auf 320,7 Millionen Euro zu.
Beim Konzernergebnis blieb 2003 dagegen noch immer ein Fehlbetrag von 37,7 Millionen Euro nach einem Minus von 489,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Beaujean machte für die insgesamt positive Entwicklung vor allem sinkende Netzkosten und Investitionen sowie einen steigenden Umsatz pro Kunde verantwortlich. In Abkehr von der bisherigen Kostenloskultur des Internets nutzten vor allem Breitbandkunden zunehmend kostenpflichtige Inhalte und Dienstleistungen.
Die Kundenzahl stieg 2003 nach Unternehmensangaben um insgesamt sieben Prozent auf 13,13 Millionen. Dennoch verlief die Kundenentwicklung nicht ohne Probleme. Vor allem im DSL-Bereich sowie in Frankreich bekam T-Online die schärfer werdende Konkurrenz zu spüren. So kletterte die Zahl der Breitbandkunden im letzten Quartal 2003 - also im traditionell starken Weihnachtsgeschäft - um lediglich 100.000 - ein enttäuschender Verlauf, wie Holtrop selbst einräumte.
An der Frankfurter Börse geriet die T-Online-Aktie nach Bekanntgabe der Geschäftsdaten stark unter Druck. Bis zum Dienstagnachmittag verlor das Papier gegenüber dem Vortag rund 6,8 Prozent an Wert. T-Online war damit einer der Tagesverlierer im TecDAX.
Noch keine Marktsättigung in Sicht
Holtrop verwies darauf, dass die Telekom seit 15 Monaten T-DSL-Anschlüsse auch über Wettbewerber von T-Online vermarktet: "Wir sehen uns einem stärkeren Wettbewerb gegenüber." Der bisherige Marktanteil von 80 Prozent beim breitbandigen Internetzugang sei daher nicht zu halten und werde sich mittelfristig eher bei 50 bis 55 Prozent bewegen, sagte der Vorstandschef.
Insgesamt zeige die Entwicklung in Deutschland aber, dass für Internetprovider noch keine Marktsättigung in Sicht sei, sagte Holtrop. In der Bundesrepublik legte die Zahl der T-Online-Kunden um acht Prozent auf knapp 10,8 Millionen zu.
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