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"Das sind Almosen": Tarifgespräche bei der Bahn ohne Einigung vertagt

zuletzt aktualisiert: 26.06.2007 - 14:29

Frankfurt/Main (RPO). Bei der Deutschen Bahn droht ein Streik. Die Tarifgespräche zwischen dem Unternehmen und den Gewerkschaften wurden in Frankfurt am Main ohne Einigung vertagt, ohne einen neuen Gesprächstermin zu vereinbaren. Das Angebot der Bahn von zunächst zwei Prozent Lohnerhöhung wiesen die Gewerkschaften als "Almosen" zurück.

Transnet-Chef Norbert Hansen hatte im Vorfeld mit Warnstreiks gedroht, falls es keine Einigung geben sollte. Daneben steuern die Lokomotivführer auf einen Streik zu.

Die Bahn hatte Transnet und GDBA nach eigenen Angaben eine Lohnerhöhung von zwei Prozent ab Januar 2008 und eine Lohnanhebung von weiteren zwei Prozent ab Juli 2009 angeboten - bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Neben den Lohnerhöhungen habe man eine Sonderzahlung von 300 Euro vorgeschlagen, sagte Unternehmenssprecher Uwe Herz.

"Wir wollen die Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen", Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte, nun müssten sich "auch die Gewerkschaften bewegen". Deren Lohnforderungen gefährdeten Arbeitsplätze. Die Bahn lehnt die Forderung ab, da mit den Gewinnen die Modernisierung des Konzerns bezahlt werden müsse.

Die Gewerkschaften fordern für die rund 134 000 Tarifbeschäftigten sieben Prozent höhere Gehälter und begründen dies mit den guten Ergebnissen des Verkehrskonzerns. Das ist die bisher höchste Lohnforderung aller Branchen in der Tarifrunde 2007.

Der Sprecher der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA, Michael Klein, bezeichnete das Angebot der Bahn als "Almosen, die die Mitarbeiter nur verhöhnen". Am Samstag laufe die Friedenspflicht aus, sagte Klein. Bis dahin sei die Arbeitnehmerseite weiter gesprächsbereit. Auch die Deutsche Bahn signalisierte Verhandlungswillen. "Unser Ziel ist es, noch vor Ablauf der Friedenspflicht weiter zu verhandeln", sagte Herz. "Wir wollen streikfrei zu einer Einigung kommen."

Arbeitsniederlegungen drohen der Bahn auch von Seiten der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Sie fordert für die rund 30 000 Lokführer und Zugbegleiter einen eigenen Tarifvertrag mit Lohnerhöhungen von bis zu 30 Prozent, was sowohl die Bahn als auch Transnet ablehnen. Die GDL hatte angekündigt, in der kommenden Woche streiken zu wollen. Streiks seien "praktisch nicht mehr abwendbar", sagte GDL-Chef Manfred Schell am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Am kommenden Montag würden die Medien über die Streiks unterrichtet, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. "Wir werden sagen, wann wir was zu welcher Stunde tun, damit die Bahnkunden sich darauf einstellen", erläuterte er. "Wir bestreiken die Kundschaft, aber es geht nicht anders. Leider Gottes haben wir kein anderes Mittel", betonte der GDL-Chef. "Netto 1450 bis 1500 Euro" für die Lokführer seien "nicht mehr hinnehmbar", betonte er. Wenn den anderen rund sieben Prozent reichten - "uns reicht es nicht", sagte Schell.

Bahn-Vorstand Suckale bezeichnete die Streikdrohungen der GDL als "völlig unverantwortlich". Die Gewerkschaft lehne alle Gesprächsangebote über die Entlohnung ab und versuche, ihre Interessen ohne Verhandlungen auf dem Rücken der Kunden durchzuboxen.

Quelle: afp

 
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