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Streiks zur Haupturlaubszeit abgewendet: Tarifstreit der Lufthansa-Piloten beendet

zuletzt aktualisiert: 24.06.2010 - 19:51

Frankfurt/Main (RPO). Es wird keine Streiks zur Haupturlaubszeit geben: Die Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Beide Seiten nahmen die Schlussempfehlung des Schlichters Klaus von Dohnanyi an, wie sie am Donnerstagabend mitteilten.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung ist damit ein monatelanger Tarifstreit beendet, und Streiks in den Sommerferien sind abgewendet.

Bei den seit Monaten laufenden Tarifverhandlungen ging es um den Vergütungs- und Manteltarifvertrag für das Cockpitpersonal der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg sagte dem DAPD, es sei ein "fairer Kompromiss" gelungen, der von beiden Seiten Kompromisse fordere. Für die Piloten sei dies unter anderem eine Nullrunde bis Ende März 2011. Im Gegenzug werde Arbeitsplatzsicherheit hergestellt und es gebe Perspektiven für die Piloten.

Die Verhandlungskommission der Vereinigung Cockpit nahm die Schlussempfehlung des Schlichters einstimmig an. Nun müssen noch die abstimmungsberechtigten Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung zustimmen, die am 20. Juli enden soll. Auch die Lufthansa nahm nach eigenen Angaben Dohnanyis Empfehlung an.

Ende Februar waren rund 4.000 Lufthansa-Piloten zu einem Streik aufgerufen, das Arbeitsgericht Frankfurt hatte beide Seiten dann aber aufgefordert, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Der eintägige Streik hatte für massive Störungen im Luftverkehr der Lufthansa gesorgt. Am 7. April hatte die Vereinigung Cockpit einen mehrtägigen Streik abgesagt, weil sie sich mit dem Unternehmen grundsätzlich auf das Schlichtungsverfahren für den Tarifstreit verständigt hatte. Als Schlichter wurde der SPD-Politiker Dohnanyi eingesetzt, der bis 1988 Erster Bürgermeister von Hamburg war.

Den letzten größeren Tarifstreit zwischen Piloten und Unternehmen hatte es im Jahr 2001 gegeben. Damals wurde eine Lösung mit Hilfe des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher als Schlichter gefunden.

Quelle: apd/top

 
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