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Maßnahmenpaket soll helfen: Telekom: Befreiungsschlag nach Datenskandalen

zuletzt aktualisiert: 10.10.2008 - 12:39

Bonn (RPO). Der millionenfache Klau von Kundendaten hat das ohenhin angeschlagene Image der Deutschen Telekom noch weiter ramponiert. Jetzt geht der Staatskonzern in die Offensive: Mit einer neuen Vorstandsstruktur und technischen Schutzmaßnahmen sollen ähnliche Fälle verhindert werden.

Steht wegen der Datenskandale unter Druck: Telekom-Chef Rene Obermann.  Foto: AP
Steht wegen der Datenskandale unter Druck: Telekom-Chef Rene Obermann. Foto: AP

Außerdem solle ein siebter Vorstandsposten für Datenschutz geschaffen werden, erklärte Telekom-Chef René Obermann am Freitag in Bonn. Darin sollten die bisherigen Bereiche Datenschutz, Recht und Compliance gebündelt werden. Dieser Vorstand habe ein Veto-Recht bei allen Geschäftsentscheidungen, die den Datenschutz beträfen, erklärte Obermann.

Die Telekom will außerdem ab kommender Woche im Internet über "datenschutzrelevante Vorgänge" informieren, die Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen sind. Zudem soll es einen jährlichen Datenschutzbericht geben und ein externer Datenschutzrat mit führenden Experten geschaffen werden, der dem Unternehmen beratend zur Seite stehen soll.

Zudem sollten die Zugriffsmöglichkeiten von Mitarbeitern und Vertriebspartnern auf Daten verringert werden. Dafür werde ähnlich wie bei Online-Bankkonten ein PIN/TAN-Verfahren eingeführt, wo für den Zugang zu Informationen eine Geheimnummer eingegeben werden muss. Benutzerkennungen sollen außerdem nicht mehr unbegrenzt gültig sein, sondern nach einer bestimmten Zeitspanne ablaufen. Zum Schutz besonders gefährdeter Personen solle außerdem ein Konzept zusammen mit dem Bundeskriminalamt und der Polizei erarbeitet werden.

Bei der Telekom-Mobilfunksparte T-Mobile waren mehr als 17 Millionen Kundendaten mit privaten Angaben wie Adressen, Geburtsdaten, Handynummern und teils auch E-Mail-Adressen gestohlen worden. Davon waren auch Prominente betroffen. Laut "Spiegel" sind auch die Daten von Ministern, Wirtschaftsführern, Milliardären und Show-Größen darunter.

Bankdaten, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten wurden laut Telekom nicht gestohlen. Die Telekom hatte schon im Jahr 2006 wegen der Vorkommnisse die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Zudem war bekannt geworden, dass die Telekom Journalisten und Mitglieder des Aufsichtsrates ausgespäht hat. Der Konzern hatte deshalb im Mai die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Die Datenskandale bei der Telekom hatten zu einer Diskussion geführt, ob die derzeit von der Bundesregierung beabsichtigte Verschärfung der Datenschutzrichtlinien ausreichend ist.

Quelle: afp

 
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