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Nach Datenpanne 7000 Kundenanfragen: Telekom bespitzelte auch eigene Mitarbeiter

zuletzt aktualisiert: 26.10.2008 - 15:42

Frankfurt/Main (RPO). Bei der Suche nach dem Dieb von 17 Millionen T-Mobile-Daten hat die Telekom einem Medienbericht zufolge auch eigene Mitarbeiter bespitzelt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dazu auf AP-Anfrage: "Wir arbeiten die Sache auf."

Nach Angaben von Festnetz-Chef Timotheus Höttges gingen nach Bekanntwerden des Diebstahls 6000 Anrufe und 1000 Mails besorgter Kunden ein. 640 Kunden hätten eine neue Rufnummer beantragt, sagte Höttges im Nachrichtenmagazin "Focus".

Der "Spiegel" berichtete unter Berufung auf den Entwurf eines internen Telekom-Untersuchungsberichts, dass Angestellte der Handy-Tochter T-Mobile widerrechtlich Telefonverbindungsdaten erhoben und ausgewertet hätten. Konkret sei es dabei um den Diebstahl der 17 Millionen Handy-Kundendaten 2006 gegangen: Um mögliche Täter zu überführen, so gehe aus dem Untersuchungsbericht hervor, hätten T-Mobile-Mitarbeiter damals Verbindungsprotokolle von internen Verdächtigen ausgewertet. Entsprechende Daten seien nun auf der Festplatte eines Angestellten gefunden worden. Der bereits in der Affäre um ausgespähte Journalisten und Aufsichtsräte beschuldigte Manager habe angeblich ohne Rücksprache mit Vorgesetzten gehandelt.

Kurzfristige personelle Konsequenzen möglich

Der Telekom-Sprecher wollte den Bericht inhaltlich nicht kommentieren. Er bestätigte, dass das Unternehmen in der vergangenen Woche begonnen habe, einen Bericht über die Vorkommnisse zusammenzustellen. Darüber solle auf einer Pressekonferenz am Mittwoch informiert werden. Bedauerlich nannte er es, dass offenbar vorläufige Informationen aus diesem Bericht weitergegeben worden seien. "Das behindert uns in der Aufarbeitung", erklärte er.

Höttges sagte dem "Focus", dass die Telekom bei der Aufklärung des Diebstahls der Handy-Kundendaten vorankomme. "Wenn die Verantwortlichen ausfindig gemacht sind, wird es kurzfristige personelle Konsequenzen geben", wird er zitiert.

Seit Jahresanfang verzeichnet die Telekom nach seinen Worten deutlich weniger Kundenreklamationen. "Die Beschwerden sind um 40 Prozent zurückgegangen", sagte der Festnetzchef. Gleichzeitig vergrößere die Festnetzsparte ihren Vorsprung im Geschäft mit schnellen DSL-Internetzugängen. Als Erfolg sieht der T-Home-Leiter auch die geringere Zahl von Telekom-Anschlusskunden, die zu Wettbewerbern wechselten.

Bericht über Verwicklung von Telekom-Vorstand Balz in Abhöraffäre

Unterdessen berichtete die "Wirtschaftswoche", der neue Telekom-Vorstand für Datensicherheit, Manfred Balz, sei schon vor elf Jahren in illegale Abhöraktionen der Telekom verwickelt gewesen: Er sei kurz nach seinem Wechsel von der Treuhandanstalt zur Telekom 1997 über Lauschangriffe gegen vermeintliche Hacker informiert worden. Balz habe sich an der juristischen Aufarbeitung dieser Vorfälle beteiligt und ein Gutachten bei einer Münchner Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben, das die Verstöße hätte rechtfertigen sollen.

Allerdings habe der Gutachter nicht mitgespielt. "Der Zweck des Fernmeldegeheimnisses ist auch beim jetzt privatwirtschaftlich tätigen Großunternehmen Deutsche Telekom nicht entfallen", heißt es laut "Wirtschaftswoche" in dem Schreiben zu der Expertise, das dem Magazin nach eigenen Angaben vorliegt.

Die Telekom bestätigte der "Wirtschaftswoche" zufolge die Auftragsvergabe von Gutachten und Stellungnahmen, die zu "differenzierten rechtlichen Ergebnissen gelangten". Balz habe sich dafür engagiert, dass "rechtlich kritische Äußerungen über den Vorgang im Haus bei den zuständigen Vorständen Gehör gefunden" haben, sagte der Telekom-Sprecher der AP.

Quelle: ap

 
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