Datenaffäre: Telekom beurlaubt vier Mitarbeiter
zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 11:59Düsseldorf/Bonn (RPO). Der Datenskandal bei der Deutschen Telekom hat offenbar erste personelle Konsequenzen. Vier Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung der Tochter T-Mobile sollen beurlaubt worden sein.
Wie das "Handelsblatt" berichtet, werde den Mitarbeitern vorgeworfen, Verbindungsdaten von Aufsichtsräten, Journalisten und Mitarbeitern ausgespäht zu haben. Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwies auf eine für Mittwoch geplante Pressekonferenz.
Laut "Handelsblatt" wirft das Unternehmen den Mitarbeitern vor, Verbindungsdaten von Journalisten, Aufsichtsräten und sogar den eigenen Mitarbeitern ausgespäht zu haben. Die personellen Schritte kommen über ein Jahr nachdem die erste Spitzelaffäre um den Abgleich von Gesprächen zwischen einem Journalisten und einem Aufsichtsrat bekannt wurde.
Die Zeitung berichtete, schon im vergangenen Sommer sei dem Konzern bekannt gewesen, wer die Daten verglichen habe. Bisher habe die Telekom aber argumentiert, der betreffende Mitarbeiter habe nur im Auftrag gehandelt und gar nicht gewusst, wofür die Daten bestimmt gewesen seien. Außerdem habe es sich um einen Einzelfall gehandelt.
Telekom will am Mittwoch Stellung nehmen
Bei ihren internen Ermittlungen zum Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten habe die Telekom aber herausgefunden, dass der Sicherheitsmitarbeiter von T-Mobile in weiteren Fällen illegal Verbindungsdaten ausgespäht habe und zwar Daten von den eigenen Kollegen, berichtete die Zeitung. Damit sollten diejenigen überführt werden, die die Kundendaten aus dem Konzern geschleust haben.
Neben dem direkten Spitzel hat die Telekom laut "Handelsblatt" auch seinen Zimmerkollegen sowie deren Vorgesetzten und den Leiter der Sicherheitsabteilung von T-Mobile nach Hause geschickt.
Am Mittwoch will der neue Telekom-Datenschutzvorstand Manfred Balz auf einer Pressekonferenz Erkenntnisse bei der Aufklärung des Kundendatenklaus bekanntgeben. Insgesamt hat die Telekom laut "Handelsblatt" inzwischen sieben Fälle von Datenmissbrauch aus den vergangenen fünf Jahren bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
