Nach Spitzel-Affäre: Telekom fordert Schadenersatz von Zumwinkel
zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 20:41Düsseldorf (RP). Wegen der Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten will die Deutsche Telekom ihren früheren Aufsichtsrats-Chef Klaus Zumwinkel auf Schadenersatz verklagen. Dies erfuhr unsere Redaktion aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen.
Danach haben Anwälte der Telekom Zumwinkel in einem Brief aufgefordert, solche Ansprüche freiwillig anzuerkennen und das Geld zu bezahlen. Die Telekom hat in den Jahren 2005 und 2006 Telefondaten von Journalisten und Aufsichtsratsmitgliedern ausspioniert. Das Ziel war es, Informationslecks im Konzern offenzulegen.
Zumwinkel, damals Vorstands-Chef der Post und zugleich Aufsichtsrats-Chef der Telekom, steht im Verdacht, im Jahr 2005 selbst den Sicherheitsdienst des Telefon-Konzerns beauftragt zu haben. Die aktuellen Geldforderungen der Telekom an Zumwinkel beziehen sich auf Zahlungen an die Berliner Firma Network Deutschland. Sie soll laut den staastanwaltschaftlichen Ermittlungen die Telefondaten analysiert haben.
Die Forderungen beziehen sich zudem auf Kosten für Gutachter, die später zur Aufklärung der Affäre eingeschaltet wurden. Die Telekom werde ihr Ansprüche in Höhe von „vielen hunderttausend Euro” (so Unternehmenskreise) auch dann geltend machen will, falls Zumwinkel strafrechtlich ungeschoren aus der Affäre herauskommt.
Um Schadenersatz zu fordern, reiche es aus, Zumwinkel nachzuweisen, dass er seine Kompetenzen überschritten habe. Dass Telefondaten illegal erhoben wurden, sei ein Zumwinkel zuzurechnendes „Kontrollversagen”, selbst wenn dieser von der Erhebung nicht gewusst habe, heißt es bei dem Bonner Konzern. Falls Zumwinkel sogar wusste, dass illegal gearbeitet wurde, umso schlimmer die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen ihn wegen genau dieses Verdachtes.
Die Telekom hat das Vorgehen gegen Klaus Zumwinkel monatelang intern vorbereitet. Für Vorstandschef René Obermann ist der nun verschickte Brief wichtig, um sich noch vor der Hauptversammlung am 30. April klarer vom früheren Aufsichtsratschef zu distanzieren.
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