Kundendaten betroffen: Telekom gibt Sicherheitslücke zu
zuletzt aktualisiert: 01.10.2008 - 17:55Hamburg/Bonn (RPO). Die Daten ihrer Kunden hat die Deutsche Telekom offenbar jahrelang nicht ausreichend gesichert: Das Unternehmen räumte ein, es habe "in der Tat eine Sicherheitslücke" gegeben. Infolgedessen sollen Datendiebe leichtes Spiel gehabt haben.
Das Magazin "Stern" hatte vorab über die Sicherheitslücke berichtet. Die Telekom bestätigte jetzt diese Darstellung: Es habe "in der Tat eine Sicherheitslücke" gegeben, sagte das Bonner Unternehmen gegenüber dem Magazin.
Demnach haben bei der Telekom bis zu 25 000 Menschen Zugriff auf Kundeninformationen - etwa Callcenter-Mitarbeiter oder Beschäftigte in den T-Punkten. Das Sicherheitsleck betreffe den Zugriff der Callcenter auf die zentrale Kundendatenbank des Konzerns. Die Einwahl sei lange Zeit nur mit Passwort und Kennungen geschützt gewesen, nicht aber an einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden. Wer also über den Code verfügte - er sei etwa im Internet angeboten worden - habe von jedem beliebigen Computer oder einem Internet-Café aus auf die vertraulichen Kundendaten zugreifen können.
Innerhalb der Telekom seien die Sicherheitsmängel im Sommer 2007 aufgefallen, als man einem Datendieb aus einem Callcenter in Bremerhaven auf die Spur gekommen sei. Der Sicherheitsbevollmächtigte der Telekom, Reinhard Rupprecht, sagte dazu, die "Sicherheitslücke" sei "generell am 21. August 2007 geschlossen worden".
Der Öffentlichkeit habe der Konzern damals allerdings die Probleme verschwiegen. Erst im Zuge der jüngsten Diskussion um Datenmissbrauch und Datenhandel in Deutschland komme der Fall nun ans Licht. Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittele gegen den ehemaligen Telefonwerber der Telekom. Die Telekom hat den Angaben zufolge rund 30 Millionen Festnetz- und 38 Millionen Mobilfunkkunden.
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