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Konzernbericht: Telekom sieht Abwärtstrend gestoppt

zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 - 13:42

Bonn (RPO). Die Telekom hat am Donnerstag überraschend gute Zahlen veröffentlicht. Wegen Personalabbau und straffere Organisation erzielte der Konzern in den ersten neun Monaten des Jahres trotz sinkender Umsätze mehr Gewinn.

Spitzelaffäre bei der Telekom: "Da haben einige ganz schön große Augen gemacht." Foto: ddp, ddp

Wachstumstreiber war der Mobilfunk, vor allem in den USA und Osteuropa, aber auch das Geschäft mit DSL-Anschlüssen. Die Zahl der Beschäftigten sank im Inland binnen Jahresfrist um 10,7 Prozent oder 16.200. Insgesamt verringerte sich die Mitarbeiterzahl um fast 5 Prozent auf rund 230.000.

Telekomchef René Obermann erklärte am Donnerstag in Bonn, in den vergangenen zwei Jahren sei es gelungen, "den sehr drastischen Abwärtstrend zu stoppen und die Ertragskraft des Unternehmens wieder zu erhöhen". Er sei ziemlich sicher, vor allem bei der unter Kundenverlusten leidenden Festnetzsparte T-Home bis zum Ende des Jahrzehnts die Wende schaffen zu können. "Das ist auch das Ziel dieser schmerzhaften Veränderungen", sagte er.

In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte die Telekom einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro, 67,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Um Sondereinflüsse bei Abschreibungen und Steuern bereinigt legte der Konzernüberschuss um 17,1 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro zu. Der Umsatz sank dagegen um 2,5 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Obermann hob hervor, dass inzwischen Kostensenkungen von gut 3,5 Milliarden Euro erreicht seien. Das Ziel von 4,7 Milliarden Euro bis 2010 könne möglicherweise schon früher verwirklicht werden.

Prognose für dieses Jahr bestätigt

Obermann bestätigte die Prognose für das laufende Jahr, die Erträge auf dem Niveau von 2007 vorsieht. Eine konkrete Finanzplanung für 2009 sei noch nicht vom Aufsichtsrat verabschiedet. Die Telekom erwarte aber trotz wahrscheinlich sehr schwieriger Rahmenbedingungen erneut unter dem Strich stabile Ergebnisse, "vielleicht einen Ticken besser". Für die Zukunft sehe er vor allem die mobile Internetnutzung als "Wachtsumstreiber schlechthin". In Europa stieg der Datenumsatz von T-Mobile im dritten Quartal um 45,3 Prozent auf 379 Millionen Euro, insgesamt lag das Plus bei 28,3 Prozent auf 639 Millionen Euro.

Analysten bezeichnete die Zahlen als solide. Der Gewinn liege sogar über den Erwartungen, erklärte Chris-Oliver Schickentanz von der Dresdner Bank. Für das Gesamtjahr sehe er "durchaus Luft für eine Positivüberraschung". Dennoch verlor die Telekom-Aktie an der Börse in Frankfurt am Main bis zum Mittag bei insgesamt fallenden Kursen gut 2,7 Prozent.

Gewinn mehr als verdreifacht

Im dritten Quartal hat die Telekom ihren Gewinn mehr als verdreifacht. Der Überschuss stieg von 256 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 895 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse legte der Gewinn um 12 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro zu. Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf fast 15,5 Milliarden Euro. Obermann hob hervor, dass die Telekom ihren Anteil an den DSL-Neukunden mit 344.000 Anschlüssen auf 49 Prozent habe steigern können. Allein im dritten Quartal habe sie dabei 50.000 Kunden von Wettbewerbern zurückgewonnen, seit Jahresbeginn rund 150.000.

Die Anschlussverluste beim herkömmlichen Telefonanschluss haben sich zugleich verlangsamt. Ein Verlust von 574.000 Kunden bei Analog- und ISDN-Telefon bedeute den niedrigsten Wert im laufenden Jahr. Seit Jahresbeginn seien 1,8 Millionen Kunden abgewandert. Die Telekom hat für das Gesamtjahr den Abgang von 2,5 Millionen bis 3 Millionen Kunden eingeplant.

Quelle: ap

 
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