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Bilanzzahlen 2010 vorgelegt: Telekom vergrault Aktionäre

zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 - 14:10

Bonn/Frankfurt/Main (RPO). Die Deutsche Telekom sorgt trotz eines Gewinnsprungs im vergangenen Jahr für Unmut bei ihren Aktionären. Der Bonner Konzern gönnt seinen Anteilseignern weniger Dividende und überrascht mit hohen Sonderlasten. Die T-Aktie verlor am Freitag rund zwei Prozent an Wert und war damit der größte Verlierer im Dax.

Abschreibungen auf die griechische Tochter OTE Kosten für den Personalabbau und andere Probleme kosteten den einstigen Staatsmonopolisten 1,9 Milliarden Euro Gewinn. Der Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Euro fiel damit deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. 

Der Jahresumsatz sank 2010 um fünf Prozent auf 62,4 Milliarden Euro. Der Rückgang ist auf die Entkonsolidierung der Mobilfunktochter in Großbritannien zurückzuführen. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz stabil geblieben.

Nur noch 70 Cent Dividende

Angesichts der hohen Sonderlasten schraubt der Telefonriese die Dividende für das abgelaufene Jahr zurück. Die Aktionäre sollen nur noch mit 0,70 Euro je Aktie bedacht werden nach 0,78 Euro im Jahr zuvor. Weniger geht nicht - das hat Obermann bis zum Jahr 2012 zugesichert. Und zusammen mit Aktienrückkäufen will die Telekom jedes Jahr die gleich Summe unter die Gesellschafter bringen, nämlich jeweils 3,4 Milliarden Euro.

Info
Die wichtigsten Zahlen der Telekom-Bilanz 2010 im Vergleich zu 2009:

- Umsatz: 62,42 Milliarden Euro (minus 3,4 Prozent)

- davon Inland: 27,27 Milliarden Euro (minus 2,7 Prozent)

- davon Ausland: 35,15 Milliarden Euro (minus 3,9 Prozent)

- Ebitda bereinigt: 19,47 Milliarden Euro (minus 5,8 Prozent)

- Nettogewinn: 1,69 Milliarden Euro (plus 380,2 Prozent)

- Free Cash-Flow: 6,54 Milliarden Euro (minus 6,1 Prozent)

- Beschäftigte: 246.777 (minus 5,1 Prozent)

- davon in Deutschland: 79.364 (minus 6,2 Prozent)

Da haben es die Anteilseigner der Telekom Italia besser, ihnen winkt mehr Geld. In den kommenden zwei Jahren will der Konzern die Gewinnausschüttung jährlich um 15 Prozent anheben.. Europas Branchenprimus Telefonica, zu dem auch die deutsche O2 gehört, hatte im vergangenen Jahr allerdings mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die deutsche Konkurrenz.

Sorgenkind US-Geschäft

Besonders unzufrieden äußerten sich die Experten über die Flut der Vertragskündigungen bei der Telekom-Tochter T-Mobile USA. "Das Geschäft in den Vereinigten Staaten ist eine Enttäuschung, die Vertragsentwicklung dort ist schlimmer als wir ohnehin schon befürchtet haben", sagte Michael Kovacocy von Evolution Securities. Alleine im vierten Quartal wandten knapp 320.000 US-Kunden der Telekom den Rücken zu. Telekom-Chef Rene Obermann kündigte an, gegen den Schwund anzukämpfen. Er sei auch offen für Partnerschaften oder andere Lösungen in den USA, sagte er. Seit vergangenem Jahr bastelt die Telekom an einer Lösung, jetzt soll es in den "kommenden Monaten" endlich Konkretes geben, so der Top-Manager.

Für das laufende Geschäftsjahr konnte Obermann kein Gewinnwachstum für sein Haus in Aussicht stellen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) werde etwa 19,1 Milliarden Euro betragen und damit auf dem Vorjahresniveau stagnieren, kündigte er an. Analysten zeigten sich ernüchtert. "Unser Hauptaugenmerk richtete sich auf den Ausblick, wo wir Details über den fortschreitenden Verfall erwartet hatten. Der Vorstand verspricht allerdings 'fast' Stabilität - wenig begeisternd", schrieben die Experten von Investec Securites.

"Wir glauben, dass sie die Prognose ohne weiteres erfüllen können, aber sonderlich aufregend sind die Zahlen nicht", urteilten ihre Kollegen von Bernstein Research, die sich zumindest über den fortschreitenden Stellenabbau bei der Telekom in Deutschland freuten. "Die Deutsche Telekom wurde im vierten Quartal zusätzlich 2615 Angestellte los, zusätzlich zu dem bereits erreichten Stellenabbau von 2230."

Der Bund hält direkt und über die staatliche Förderbank KfW 32 Prozent an der Telekom, vier Prozent hält der Finanzinvestor Blackstone.

Quelle: RTR/felt

 
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