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Ergebnis der Urabstimmung erwartet: Telekom vor erstem Streik seit 1995

zuletzt aktualisiert: 09.05.2007 - 19:36

Bonn (RPO). Die Deutsche Telekom steckt in der Krise. Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen wird Vorstandschef René Obermann am Donnerstag mit hoher Wahrscheinlichkeit einen weiteren Kundenschwund eingestehen müssen. Wenig später wird die Dienstleistungsgesellschaft Verdi die Ergebnisse der Urabstimmung über den Streik bekannt geben. Dem Konzern steht der erste Arbeitskampf seit der Umwandlung des Staatskonzerns in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1995 bevor.

Seit Montag waren 20.000 T-Com-Beschäftigte aufgerufen, über einen unbefristeten Streik zu entscheiden. Nötig ist eine Mehrheit von 75 Prozent der Aufgerufenen. Und bereits vor der Verkündung des Ergebnisses machten die Gewerkschaftler noch einmal Druck. Grund: Man drohte mit der Kündigung der bestehenden Tarifverträge. Hintergrund dafür sind Drohungen Obermanns, Callcenter-Mitarbeiter aus der Festnetzsparte T-Com zur Mobilfunktochter T-Mobile zu verschieben, falls keine Einigung mit der Gewerkschaft zustande komme. Die Handysparte hat ein niedrigeres Lohnniveau als der Festnetzbereich T-Com.

Die "Financial Times Deutschland" zitiert Verdi-Kreise mit den Worten: "Das kann passieren, wenn das Management den Paragrafen für Betriebsübergänge missbraucht." Während ein Berufseinsteiger in einem Callcenter der T-Com rund 34.000 Euro erhalte, sind es bei T-Mobile den Angaben zufolge lediglich 20.000 Euro. Zudem müsste die Telekom bei einer Verschmelzung von T-Com-Teilen auf T-Mobile keine bei Betriebsübergängen normalerweise übliche einjährige Übergangsfrist einhalten, da die Handytochter bereits einen gültigen Verdi-Tarifvertrag besitzt.

Verdi würde auf einen derartigen Schritt dem Vernehmen nach mit einer Kündigung des Tarifvertrags bei T-Mobile antworten, heißt es in dem Blatt. Dann wäre die Friedenspflicht aufgehoben und Verdi könnte den Streik auch auf T-Mobile ausweiten. Bislang dürfen nur die 50.000 Beschäftigten streiken, die von T-Com zu den neuen so genannten T-Service-Gesellschaften wechseln sollen.

Quelle: afp

 
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