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In den Alpen vermisst
Suche nach Tengelmann-Chef Haub läuft auf Hochtouren

Tengelmann-Chef vermisst - Suche nach Karl-Erivan Haub läuft auf Hochtouren
Karl-Erivan Haub im Oktober 2014 bei einer Pressekonferenz. FOTO: dpa, rwe fpt gfh
Zermatt. Seit Samstag wird Karl-Erivan Haub im Skigebiet am Matterhorn vermisst. Die Suche nach dem geschäftsführenden Gesellschafter des Mülheimer Einzelhandelskonzerns Tengelmann läuft auf Hochtouren.

Nach Angaben der für die Bergrettung zuständigen Air Zermatt sind alle verfügbaren Kräfte im Einsatz. Frühestens am Nachmittag werde es weitere Informationen geben, sagte eine Mitarbeiterin am Mittwochmorgen. 

Von Haub fehlt weiter jede Spur. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte am Mittwochmorgen auf Anfrage mit, dass er weiterhin in den Alpen vermisst werde. "Die Suchmannschaften vor Ort tun alles, um ihn zu finden", erklärte die Unternehmenssprecherin. 

Die Suche wird auch auf italienischer Seite von schlechtem Wetter erschwert. Neuschnee und schlechte Sicht machten die Suche zu einem schwierigen Unterfangen, sie werde jedoch nicht abgebrochen, sagte der Sprecher der italienischen Bergrettung, Walter Milan, am Mittwoch. Ein Hubschrauber könne derzeit leider nicht eingesetzt werden.

Der 58-Jährige ist einer der reichsten Deutschen. Das Vermögen der Unternehmerfamilie wurde zuletzt vom "Manager-Magazin" auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt. Haub steht seit Ende der 1990-er Jahr an der Spitze des Familienunternehmens, zu dem unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi gehören.

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er vor allem durch den Streit um den Verkauf der Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte an den Rivalen Edeka. Damals lieferte sich Haub einen erbitterten Schlagabtausch mit dem Rewe-Chef Alain Caparros, der den Verkauf lange Zeit zu verhindern suchte.

"Die Suche ist sehr schwierig"

Es werde auf dem gesamten italienischen Gebiet am Matterhorn gesucht. Man hoffe auf ein Schönwetter-Fenster am Freitag. "Die Suche ist sehr schwierig, das Gebiet ist sehr groß und die Spuren sind verwischt", sagte Milan. Auch gebe es viele Gletscherspalten.

Nach Angaben der Kantonspolizei suchen Spezialisten seit Tagen nach dem vermissten 58-Jährigen. Es habe zahlreiche Überflüge mit Hubschraubern gegeben, Bergungsspezialisten hätten sich auch in Gletscherspalten abgeseilt, sagte ein Mitarbeiter der Polizeistation der Kantonspolizei in Zermatt.

Der Vermisste sei am Samstag mit einer Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren. Die Bergstation liegt auf 3820 Metern. Dort verlor sich seine Spur. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. Auch auf italienischer Seite laufe die Suche auf Hochtouren. Es seien zu dem Zeitpunkt andere Skifahrer vor Ort gewesen, aber bislang sei niemand gefunden worden, der den 58-Jährigen gesehen habe, sagte der Mitarbeiter.

Eine Sprecherin der Tengelmann-Gruppe hatte am Dienstagabend bestätigt, dass der Milliardär vermisst wird. 

(das/dpa/AFP)
 
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