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KKH-Studie: Teure Arzneimittel kosten Kassen Milliarden

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 23.04.2009 - 15:21

Berlin (RP). Zu teure Arzneimittel kosten die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) jährlich eine Milliarde Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die KKH-Allianz, die die Preise der 30 umsatzstärksten Medikamente der Kassen mit denen in anderen europäischen Ländern verglichen hat.

Die meisten Spitzenpreise finden sich demnach in Deutschland, teilweise sind sie sogar über 70 Prozent teurer. Zwei Beispiele: Eine Monatspackung des Anti-Rheumamittels Remicade kostet nach Angaben der KKH-Studie in Deutschland 2080 Euro. In Spanien gibt es dieselbe Menge für 1609 Euro, in Portugal für 1460 Euro.

Bei Betaferon, einem Mittel zur Behandlung Multipler Sklerose, zahlt man monatlich 1429 Euro und damit 57 Prozent mehr als in Spanien und 74 Prozent mehr als in Italien. Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH-Allianz, fordert im Gspräch mit unserer Zeitung: „Die freie Preisbildung der Pharma-Unternehmen ist nicht mehr hinnehmbar. Die Politik muss endlich eine Preisobergrenze für Patentgeschützte Originalpräparate einführen.“

Das Bundesgesundheitsministerium sieht im Verzicht auf staatliche Preisgenehmigung dagegen einen Vorteil für Patienten, weil dann Medikamente schneller auf den Markt kämen.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) Bernd Wegener wehrt sich gegen den Vorwurf der Preistreiberei. „Die niedrigsten Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel liegen in Europa bei null Prozent – in Deutschland bei 19 Prozent. Schon deswegen unterscheiden sich die Arzneimittelpreise erheblich.“

Cornelia Yzer vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen widersprach der Studie: „In Deutschland selbst sind die Arzneimittelpreise seit Jahren rückläufig.“ 2008 gaben die Gesetzlichen Krankenkassen 29 Milliarden Euro für Arzneimittel aus.


 
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