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Thyssenkrupp-Mitarbeiter unzufrieden
Betriebsräte fordern Klarheit über Fusionspläne mit Tata

Thyssenkrupp: Betriebsräte fordern Klarheit über Fusionspläne mit Tata
Hochöfen von ThyssenKrupp in Duisburg Bruckhausen (Archivfoto). FOTO: dpa, mg lof
Essen. Die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp werfen dem Vorstand vor, bei den Gesprächen über die angestrebte Fusion der Stahlsparte mit Tata Steel mit verdeckten Karten zu spielen. Der Betriebsratschef kritisiert vor allem die fehlende Einbindung der Beschäftigten.

Während die Mitarbeiter vor 20 Jahren nach der Ankündigung einer Vollfusion zwischen Thyssen und Krupp   einen guten Beschäftigungsschutz gehabt hätten, sei heute - vor dem möglichen Zusammenschluss der Stahlsparte mit dem indischen Konzern Tata - noch keine entsprechende Absicherung in Sicht, sagte Thyssenkrupp-Betriebsratschef Wilhelm Segerath. "Zur Zeit haben wir keine Klarheit." Die Arbeitnehmerseite sehe zudem derzeit keine ausreichende finanzielle Substanz in dem neuen Firmengebilde.

Im Rückblick sei es damals vor allem über die Einbindung der Beschäftigten gelungen, eine gute Lösung zu finden. "Das war der große Unterschied", sagte Segerath. Dadurch hätte der zunächst feindliche Übernahmeversuch durch den Krupp-Konzern in einen freundlichen Zusammenschluss umgewandelt werden können.

Außerordentliche Betriebsversammlung angekündigt

Segerath kündigte für den kommenden Dienstag, 7. November, eine außerordentliche Betriebsversammlung der Stahlsparte an, bei der man die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen informieren wolle. Dabei könne es auch erneut zu Einschränkungen der Produktion kommen.

Vor fast genau 20 Jahren, am 4. November 1997, hatten die beiden Konzerne Thyssen und Krupp nach mehrwöchigen Verhandlungen ihre Vollfusion angekündigt, nachdem sich die Unternehmen zunächst auf eine gemeinsame Stahlgesellschaft geeinigt hatten. Zuvor waren Pläne des Krupp-Konzerns bekannt geworden, die Thyssen AG im Wege einer feindlichen Übernahme zu schlucken.

Bei der nun geplanten Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata geht es lediglich um einen Zusammenschluss der Stahlsparten der beiden Unternehmen. Thyssenkrupp hatte zuvor angekündigt, wegen der Fusion in Deutschland rund 2000 Stellen streichen zu wollen. Sitz der neuen Gesellschaft soll die Region um Amsterdam sein. Besiegelt werden soll das Geschäft dem von Konzernchef Heinrich Hiesinger vorgelegten Zeitplan zufolge bereits Anfang des kommenden Jahres.

(ate/reu/dpa/lnw)
 
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