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Geplante Fusion zwischen Thyssenkrupp und Tata
Stahlkocher wollen bis Freitag Klarheit über Jobverluste

Thyssenkrupp und Tata: Stahlkocher wollen bis Freitag Klarheit über Jobverluste
Stahlkocher bei einer Demo gegen die Fusion Ende September in Bochum. FOTO: afp, PST
Duisburg. Die Stahlkocher von Thyssenkrupp fühlen sich bei der Fusion mit Tata nicht ausreichend informiert. Sie wollen Zahlen zu den Jobverlusten - und stellen dem Vorstand ein Ultimatum.

Die Beschäftigten der Thyssenkrupp-Stahlsparte fordern vom Vorstand bis zu diesem Freitag Klarheit über die Stellenverluste bei der geplanten Fusion mit Tata. "Die angekündigten 2000 Jobs, die weg gehen, werden nicht alles sein", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp-Steel Europe (TKSE), Günter Back, am Dienstag in Duisburg. Zuvor waren Mitarbeiter an zehn Standorten zu außerordentlichen Betriebsversammlungen zusammengekommen. Die Wahrheit über weitere Stellenkürzungen werde aber vom Vorstand verschleiert, befürchten sie.

Wenn das Management bis zum Freitag keine Zahlen auf den Tisch lege, werde der Betriebsrat sich neue Schritte überlegen. Am 23. November werde es eine große Demonstration bei der TKSE-Tochter Rasselstein in Andernach in Rheinland-Pfalz mit mehreren tausend Teilnehmern geben - parallel zur Essener Bilanz-Pressekonferenz. Auch regelmäßige Informationsveranstaltungen in den Betrieben seien denkbar. Dabei sind erfahrungsgemäß Einschränkungen in der Produktion möglich.

"Außerdem haben wir eine Menge Leute, die die Villa Hügel und die Thyssenkrupp-Stiftung gern mal wieder besuchen würden", sagte Back. Er spielte damit auf den Sturm wütender Arbeiter auf den ehemaligen Stammsitz der Krupps Ende 1987 im Zuge der Thyssen-Krupp-Fusion an.

Mitarbeitervertreter kritisieren Fusionspläne

Die Mitarbeitervertreter kritisierten die Fusionspläne: Das geplante Stahl-Joint-Venture solle Schulden und Pensionsverpflichtungen für 6,5 Milliarden Euro übernehmen. Gewinne würden nach den Plänen von Thyssenkrupp und Tata abgeschöpft - für den Fall einer schwächeren Stahlkonjunktur seien aber keine Verlustübernahmen vorgesehen. "Und wenn das Ganze in Probleme gerät, will keiner etwas damit zu tun haben", sagte Back.

Außerdem lehnen die Betriebsräte die geplante Verlegung des Sitzes der neuen Gesellschaft in die Niederlande strikt ab. Nach niederländischem Recht dürften dort nämlich keine Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sitzen. Damit würden die deutschen Mitbestimmungsrechte degradiert, kritisierte Back.

Thyssenkrupp hatte angekündigt, im Zuge der Fusion mit der Tata-Stahlsparte deutschlandweit rund 2000 Stellen zu streichen. Besiegelt werden soll das Geschäft laut Zeitplan Anfang 2018.

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(lsa/lnw)
 
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