Bericht: ThyssenKrupp will offenbar US-Autozuliefergeschäft verkaufen
zuletzt aktualisiert: 21.08.2006 - 21:05Berlin (rpo). ThyssenKrupp plant offenbar, sein Automobilzuliefergeschäft in den USA zu verkaufen. Es soll entweder zu einem "Share Deal" kommen, bei dem Werke verkauft werden, oder zu einem "Asset Deal" - wobei ThyssenKrupp sowohl Werke als auch Altlasten an einen neuen Eigentümer abtreten würde.
Wie die Zeitung "Welt" unter Berufung auf hochrangige Unternehmenskreise berichtet, hofft der ThyssenKrupp-Konzern, in den nächsten Monaten mit einem der Interessenten an der ThyssenKrupp Budd Company ins Geschäft zu kommen. Die Düsseldorfer verhandeln diesen Informationen zufolge mit mehreren "industriellen Partnern", die bereits mit ähnlichen Aktivitäten befasst sind. ThyssenKrupp produziert in den USA Karosserie- und Fahrwerksteile. Die Sparte erzielte zuletzt einen Erlös von einer Milliarde Euro und beschäftigt knapp 4000 Mitarbeiter.
Im Gespräch sind laut "Welt" entweder ein sogenannter Share Deal, bei dem die Werke verkauft und die Belastungen bei ThyssenKrupp verbleiben, oder ein Asset Deal. Dabei gehen sowohl die Werke als auch die Altlasten an den neuen Eigentümer über. Als möglicher Interessent für die US-Sparte gilt in der Branche der kanadische Autozulieferkonzern Magna. Weitere Hauptkonkurrenten von ThyssenKrupp Budd sind die US-Zulieferer Arvin Meritor, Dana, Delphi und Visteon sowie die Nummer eins der Branche, die Stuttgarter Robert Bosch GmbH.
Die Autozuliefersparte leidet in Nordamerika unter den hohen Stahlpreisen und der Krise der heimischen Automobilindustrie. ThyssenKrupp Budd ist vor allem von Aufträgen der US-Hersteller General Motors, Ford und Chrysler abhängig. Durch die Marktschwäche der großen Drei rutschte Budd in wirtschaftliche Turbulenzen. Im Zuge der im Frühjahr begonnenen Restrukturierung des US-Geschäfts hatte ThyssenKrupp bereits sein Aluminiumgussgeschäft sowie das Kunststoffteilegeschäft verkauft.
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