Preisanstieg im Nahverkehr: Tickets der Bahn kosten ab Sonntag mehr
zuletzt aktualisiert: 10.12.2010 - 13:47Berlin (RPO). Das Zugfahren im Nahverkehr der Deutschen Bahn wird ab Sonntag teurer. Die Preise steigen mit dem Fahrplanwechsel im Schnitt um 1,9 Prozent. Im Fernverkehr belässt die Bahn die Preise allerdings erstmals seit acht Jahren gleich. Auch die Bahncard, mit der Kunden den Deutschen Bahn Rabatte auf Zugtickets bekommen, wird nicht teurer.
Teurer werden ab Sonntag wiederum auch die Spezialfahrkarten im Regionalverkehr. Das Schöne-Wochenende-Ticket etwa kostet künftig zwei Euro mehr als bislang, Ländertickets werden einen Euro teurer. Wieder einführen wird die Bahn das sogenannte Quer-Durchs-Land-Ticket, mit dem Bahnfahrer zum Pauschalpreis von 42 Euro in Regionalzügen wochentags durch ganz Deutschland fahren können. Bis zu vier Mitfahrer zahlen je sechs Euro.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte die Preiserhöhungen im Nahverkehr, wo mehr als 90 Prozent aller Bahnreisenden unterwegs seien. Der Verband forderte die Bahn auf, "die alljährliche, routinemäßige Erhöhung der Bahnpreise zum Fahrplanwechsel im Dezember endgültig zu beenden". Dass die Preise im Fernverkehr gleich blieben, sei "aus Sicht der Fahrgäste eine Selbstverständlichkeit", erklärte VCD-Chef Michael Ziesack. "Alles andere wäre schlichtweg nicht zu vermitteln - nicht zuletzt angesichts der auch weiterhin mangelhaften Qualität des Bahnverkehrs", erklärte Ziesack.
Weitere Kritik übte der VCD an Einschränkungen im Angebot beim Fernverkehr. So würde bis März etwa Entlastungszüge am Wochenende gestrichen und einige Züge gekürzt. Zudem streiche die Deutsche Bahn weiter Intercity-Verbindungen deutlich zusammen. Dadurch falle nicht auf nur bestimmten Strecken eine günstige Verbindung weg. Auch sei es immer schwieriger, mit dem Fahrrad zu reisen. Die Fahrradmitnahme im ICE ist nicht möglich.
Bei Verspätungen und Zugausfällen sollen Reisende ab Sonntag einfacher eine Entschädigung und Erstattungen erhalten. Die Deutsche Bahn und ihre privaten Wettbewerber führen mit dem Fahrplanwechsel ein neues sogenanntes Fahrgastrechte-Formular ein. Das bislang recht unhandliche Formular schrumpft damit auf die Größe eines DIN-A4-Blattes. Dort müssen die Kunden deutlich weniger Daten eintragen als bislang, viele Fragen wurden überarbeitet.
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