Neue Studien: Tiefensee befürchtet Verkehrsgefahren durch Gigaliner
zuletzt aktualisiert: 03.03.2007 - 15:10Berlin (RPO). Falls die umstrittenen 60-Tonnen-Lastwagen zugelassen würden, müsste der Staat bis zu acht Milliarden Euro zusätzlich ins Straßennetz investieren. Diese Zahl nannte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Samstag in Berlin. Zudem würde der Straßenverkehr gefährlicher, berichtete er unter Berufung auf zwei neue Studien.
«Die Ergebnisse dieser Studien bestätigen und vertiefen meine bisherige Skepsis», erklärte Tiefensee. Bei einer Zulassung der so genannten Gigaliner wäre mit einer verkehrspolitisch unerwünschten Verlagerung von Gütern von der Schiene auf die Straße zu rechnen. Insbesondere beim kombinierten Verkehr von Straße und Schiene wäre bis 2015 ein Ladungsrückgang um 30 Prozent zu erwarten. Die Frage hatte Tiefensee in einer Studie von Kessel+Partner untersuchen lassen.
Eine weitere Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen habe zudem ergeben, dass durch die Riesenlaster Schäden am Straßennetz, vor allem an Brücken zu erwarten seien. Auffahrunfälle mit den Gigalinern könnten auf der Autobahn verheerende Folgen haben, zitierte Tiefensee aus der Studie. Die Leitplanken seien für die 60-Tonnen-Laster nicht ausgelegt, es müssten neue Autobahnparkplätze gebaut und bei der Tunnelsicherheit nachgebessert werden, betonte der SPD-Politiker.
Wegen der Zunahme des Schwerverkehrs müssten schon ohne die Zulassung der Gigaliner drei bis fünf Milliarden Euro in Autobahnen und ein bis zwei Milliarden Euro in Bundesstraßen investiert werden. «Beim Einsatz von 60-Tonnern würden zusätzliche Mehrkosten in Höhe von vier bis acht Milliarden Euro entstehen», erklärte Tiefensee.
«Deshalb kann es keine voreilige Festlegung geben», fügte er an. Die Ergebnisse der Studien müssten intensiv mit den Ländern, mit dem Bundestag und mit der Mobilitätsoffensive debattiert werden.
Auch der ADAC und die Deutsche Bahn hatten sich skeptisch zum Einsatz der bis zu 25 Meter langen Gigaliner geäußert. Bislang ist das zulässige Höchstgewicht 40 Tonnen.
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