Krise bei Groß-Reederei: Tiefensee will Milliarden-Bürgschaft für Hapag-Lloyd
zuletzt aktualisiert: 10.09.2009 - 17:41Hamburg (RPO). Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat sich erstmals für eine Staatsbürgschaft in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für die verlustreiche Großreederei Hapag-Lloyd ausgesprochen. "Ich unterstütze den Antrag des Unternehmens, über den zügig entschieden werden muss", sagte Tiefensee am Donnerstag in Hamburg.
Hapag-Lloyd sei als größte Linienreederei ein "wichtiger Eckpfeiler" und "das Aushängeschild des gesamten maritimen Standorts Deutschland". Der Hamburger Senat hatte vor wenigen Wochen den Weg zur Rettung der traditionsreichen Reederei freigemacht und als 23-prozentiger Miteigner einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Das Land wird künftig mit etwa 800 Millionen Euro an dem Unternehmen beteiligt sein.
Zu 43 Prozent gehört die Reederei dem TUI-Konzern, den Rest teilt sich die Investorengruppe Albert Ballin, zu der Transportunternehmer Kühne, die Stadt Hamburg, die Privatbank M.M. Warburg, die Hanse Merkur, die Signal Iduna und die HSH Nordbank zählen. Hapag-Lloyd muss bis 2011 gut 630 Millionen Euro sparen, davon 360 Millionen Euro im laufenden Jahr. 2008 hatte die Reederei noch einen Gewinn von 211 Millionen Euro erzielt.
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