Antwerpen gegen Bochum: Ton im Streit um Opel-Standorte wird schärfer
zuletzt aktualisiert: 03.10.2009 - 12:37Hamburg/Bochum (RPO). Medienberichten zufolge verschärft die Bundesregierung gegenüber der EU offenbar den Ton in der Diskussion um die geplante Schließung des Opel-Werks in Antwerpen. Der Standort sei demnach "wirtschaftlich nicht tragfähig". Die EU hatte zuvor eine Stellungnahme von der Bundesregierung gefordert.
Wie "Der Spiegel" am Samstag berichtet, erklärte sie in einem Antwortentwurf an die EU-Kommission, dass "nach übereinstimmender Meinung der Standort wirtschaftlich nicht tragfähig ist".
Zuvor hatte die EU-Behörde von der Bundesregierung eine Stellungnahme zu den Vorwürfen aus Belgien, Antwerpen sei "aus ökonomischer Sicht effizienter als das Werk Bochum", erbeten. In dem Entwurf verweist der Bund nun laut Magazin darauf, dass neben dem Konzept des potenziellen Opel-Käufers Magna auch die Pläne des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) sowie das abgelehnte Angebot des Finanzinvestors RHJI die Schließung von Antwerpen vorgesehen hätten.
Zugleich habe die Regierung die Bedeutung des Bochumer Opel-Werks betont, heißt es in dem Bericht. Während die Schließung des dortigen Werkes zu Absatzeinbrüchen in Deutschland führen könnte und somit "extrem negative Auswirkungen für das gesamte Unternehmen" hätte, sei das Risiko in Belgien hingegen "sehr limitiert". Laut dem Bericht verteidigte die Regierung zudem eine mögliche Verlegung der Produktion aus dem spanischen Saragossa an den thüringischen Standort Eisenach als "betriebswirtschaftlich gut nachvollziehbar".
Darüber hinaus berichtete das Magazin, dass der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna sich möglicherweise auf den Verlust milliardenschwerer Aufträge einstellen müsse. In den nächsten Tagen sei ein Gespräch zwischen Volkswagen und Magna anberaumt.
Der Wolfsburger Autohersteller, der bislang für rund zwei Milliarden Euro Teile bei Magna beziehe, wolle dieses Geschäft stark reduzieren oder gar ganz einstellen, da Magna nun selbst zum Autoproduzenten werde. Daher wolle VW keine Teile mehr bestellen, die Rückschlüsse auf künftige Modelle erlaubten. Darüber hinaus will VW dem Bericht zufolge die geplante Produktion der Porsche-Modelle Boxster und Cayman bei Magna verhindern.
Magna hatte dagegen bereits vor Wochen erklärt, intern eine sogenannte Firewall installieren zu wollen, die das Zulieferergeschäft von Opel trennt.
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