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Studie der Hans-Böckler-Stiftung
Typischer Minijobber ist weiblicher Wessi
So können Sie mit Minijobs die Kasse aufbessern
So können Sie mit Minijobs die Kasse aufbessern FOTO: AP
Berlin. Minijobber sind laut einer neuen Studie meist weiblich und am häufigsten in westlichen Bundesländern beschäftigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Laut Studie ermittelten die Forscher für jede Stadt und jeden Landkreis den Anteil der Minijobs an allen Arbeitsplätzen.

Die Experten diagnostizieren ein klares Ost-West-Gefälle: Am größten ist die Minijobquote in ländlichen Gebieten in Westdeutschland. Laut Studie machen Minijobs in manchen Gegenden etwa ein Drittel aller Stellen aus. Spitzenreiter ist die Stadt Delmenhorst mit 34 Prozent, gefolgt vom Landkreis Trier-Saarburg sowie dem niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim.

Die Experten des WSI gehen davon aus, dass gerade in diesen Gebieten die traditionelle Arbeitsteilung unter Paaren weit verbreitet ist: Der Mann ist der Hauptverdiener der Familie, die Ehefrau kümmert sich um die Familie und steuert allenfalls einen Zuverdienst bei. In Ostdeutschland gebe es dagegen ein stärkeres Angebot an Kinderbetreuung.

Als wichtigen Faktor für Minijobs sehen die WSI-Experten auch die Wirtschaftsstruktur. Je bedeutsamer der Dienstleistungsbereich in einer Region sei, desto häufiger gebe es dort Minijobs. Das erlaubte Maximal-Gehalt für Minijobber ist seit Januar von bisher 400 auf 450 Euro gestiegen. Wer die Verdienstfreigrenze nicht überschreitet, muss nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Studienleiter Alexander Herzog-Stein hält die Anhebung für einen schweren Fehler. Der Minijob würde dadurch noch attraktiver, die fehlende Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit und die geringen Rentenansprüche werde nicht thematisiert. "Es wäre viel besser, wenn es gelingen würde, dass möglichst viele minijobbende Frauen in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis kommen", sagte Herzog-Stein.

Am Mittwoch hatten Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und die saarländische Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU) Minijobs kritisiert. Nach Ansicht der CDU-Politikerinnen hindern die geringfügigen Beschäftigungen Mütter am beruflichen Aufstieg.

Quelle: KNA/csi
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