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Nach Steueraffäre und Rekordverlust: UBS-Bank wechselt Konzernchef aus

zuletzt aktualisiert: 26.02.2009 - 12:23

Zürich (RPO). Die Schweizer Großbank UBS wechselt den Konzernchef aus: Der frühere Credit-Suisse-Vorstandschef Oswald J. Grübel löst mit sofortiger Wirkung Marcel Rohner ab. Dies gab die von der Finanzkrise und einer Steueraffäre in den USA gebeutelte Bank bekannt.

UBS-Chef Marcel Rohner (Bild) tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Der frühere Credit-Suisse-CEO Oswald J. Grübel wird sein Nachfolger. Foto: AFP FILES, AFP

Die UBS hat im vergangenen Jahr mit einem Minus von knapp 20 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro) den größten Verlust in der Firmengeschichte erlitten. Mit dem Wechsel an der Konzernspitze werde ein weiterer Schritt vollzogen, um das Vertrauen wiederherzustellen und das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, erklärte die UBS.

Rohner habe dem UBS-Verwaltungsrat bereits Anfang Januar mitgeteilt, nach Abschluss der damals laufenden Repositionierung der Investmentbank und Restrukturierungsphase des Vermögensverwaltungsgeschäfts zurückzutreten.

Der neue UBS-Konzernchef Grübel war im Frühling 2007 bei der UBS-Konkurrentin Credit Suisse in Pension gegangen. UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer sagte laut der Mitteilung, mit seinen unbestrittenen Führungsqualitäten und seiner großen Expertise bringe Grübel die idealen Voraussetzungen mit, um zusammen mit dem Managementteam wieder Mehrwert für die Aktionäre und Kunden zu schaffen.

"Elder Banker" kehrt zurück

Grübel nahm nach seinem Rücktritt bei der Credit Suisse in der Schweiz die Rolle eines "Elder Banker" ein, der die Finanzkrise und auch die Lage der UBS in Interviews kommentierte. Mit 66 kehrt er nun noch einmal als Krisenmanager auf die Kommandobrücke zurück.

Grübel hatte seine Karriere 1970 als Börsenhändler bei der Credit Suisse begonnen. Anfang 2003 wurde er dort Konzernchef, zunächst zusammen mit dem Amerikaner John Mack, ab Juni 2004 allein. Unter Grübels Führung schaffte die Credit Suisse den Turn-around.

Der behäbig wirkende Banker sanierte die Winterhur-Versicherung und brachte im Juni 2006 deren Verkauf an den französischen Axa-Konzern für 12,3 Milliarden Franken zu Stande. Im Februar 2007 kündigte Grübel dann überraschend seinen Rücktritt an. "Meine Arbeit ist getan. Es ist nicht nötig, dass ich herumhänge", bemerkte er in seiner typisch trockenen Art. Gleichzeitig präsentierte er einen Rekordgewinn von über elf Milliarden Franken für 2006.

Die Rückkehr ins Bankgeschäft und dies bei jener Bank, die während 36 Jahren seine Hauptkonkurrentin gewesen war, begründete Grübel vor allem mit seinem Engagement für einen starken Finanzplatz. Finanzielle Gründe können kaum den Ausschlag gegeben haben, hat doch die UBS als staatlich unterstütztes Institut keine freie Hand bei den Vergütungen.

Einhaltung der Gesetze eingefordert

Seit seinem Rücktritt bei der Credit Suisse hat sich Grübel auch mehrfach zur UBS geäußert. Im "Weltwoche"-Interview sprach er im August vergangenen Jahres Klartext zur Steueraffäre der UBS und der Absicht, Kundendaten an die US-Justiz zu melden. "Diese Aktion ist höchst imageschädigend für das Schweizer Private Banking und höchst nachteilig für den Schweizer Finanzplatz."

Er sagte auch: Wenn Schweizer Banken im Ausland gegen die dort geltenden Gesetze verstießen, müssten sie sich nicht wundern, dass sie Strafe zahlen müssten. Dass er hier keine Toleranz duldet, macht Grübel jetzt auch in seinem Memo ans UBS-Personal deutlich. "Die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften ist in allen Geschäftsfeldern und weltweiten Märkten, in denen wir tätig sind, unabdingbar", mahnte er.

Die UBS-Führungsspitze war vor allem seit der Herausgabe von Kundendaten an die US-Justiz unter zusätzlichen Druck geraten. Dabei wurden auch Rufe nach dem Rücktritt Kurers laut. Er bleibt aber offensichtlich auf seinem Posten.

Quelle: AP

 
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