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EU-Kommission will Einheits-Tarife durchsetzen
Unisex-Versicherungstarife in der Kritik

Hamburg (rpo). Die EU-Kommission will bei Renten- und Lebensversicherungen "Unisex-Tarife" für Frauen und Männer in der EU durchsetzen. Die Versicherungsbranche zeigt sich äußerst kritisch. "Bei der Rentenversicherung ist die Lebenserwartung für die Laufzeit maßgeblich", sagte ein Sprecher der Hamburg-Mannheimer.

Sie habe sich nachweislich zwischen Männern und Frauen unterschiedlich entwickelt, wobei Frauen länger leben. Die auf Grund dieser Daten entwickelten Produkte dienten der Differenzierung und nicht der "Diskriminierung", sagte der Sprecher.

Die EU-Kommission will "Unisex-Tarife" für Frauen und Männer in der EU durchsetzen und billigte deshalb am Mittwoch in Brüssel einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. Dem müssen die EU-Staaten und das Europaparlament noch zustimmen. Die deutsche Versicherungswirtschaft will sich gegen die Richtlinie wehren und droht damit, die Prämien von der Kranken- über Lebens- bis Rentenversicherung hinweg anzuheben.

Im Zuge der EU-Bestrebungen für Einheitstarife befürchtet die Hamburg-Mannheimer, dass der staatlich geförderten Riester-Rente eine weitere Bürde auferlegt wird. Ein berufstätiger Mann könne sich dann überlegen, ob für ihn dann nicht ein reines Kapitalanlageprodukt besser wäre. Das Langlebigkeitsrisiko, dass die Versicherer trügen, würde mit den EU-Plänen auf jeden einzelnen abgewälzt, sagte der Sprecher. "Dem Gedanken der Vorsorge wird mit den EU-Plänen ein Bärendienst erwiesen", ergänzte er.

Auch bei Lebens- oder Risikolebensversicherungen, bei denen Frauen niedrigere Tarife zahlten als Männer, würden die Beiträge "eingeebnet werden", befürchtet der Sprecher. Zudem sieht er im Vorgehen der EU Eingriffe in die Vertragsfreiheit.

 
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