| 17.27 Uhr

Irreführende Werbung?
US-Handelsbehörde verklagt VW im Abgas-Skandal

US-Handelsbehörde FTC verklagt VW im Abgas-Skandal
VW steht in den USA weiter unter Druck. FOTO: 87
Washington. Volkswagen muss sich in der Affäre um manipulierte Abgaswerte mit einer weiteren brisanten Klage auseinandersetzen. Die US-Handelsbehörde FTC hat ein Verfahren wegen irreführender Werbung eingeleitet.

Das teilte die Federal Trade Commission am Dienstag in Washington mit. Die Behörde wirft dem Autohersteller vor, von 2008 bis 2015 mehr als 550 000 Diesel unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den USA verkauft zu haben. "Unsere Klage fordert Entschädigung für die Verbraucher, die diese Wagen aufgrund betrügerischer und unfairer Praktiken gekauft haben", erklärte FTC-Leiterin Edith Ramirez.

"Wir haben die Klage erhalten und setzen unsere kooperative Zusammenarbeit mit allen US-Behörden einschließlich der Federal Trade Commission fort", sagte ein VW-Konzernsprecher am Dienstag in Wolfsburg.

Die FTC wirft VW vor, der Hersteller habe über sieben Jahre Autos als "Clean-Diesel" beworben, deren Emissionswerte geschönt waren. Die Wolfsburger räumten im September ein, seit 2009 mit einer speziellen Software Abgastests in den USA ausgetrickst zu haben. Tatsächlich lag der Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid um ein Vielfaches über den gesetzlichen Grenzwerten.  Die FTC hatte im Oktober Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.

VW kämpft in den USA bereits mit Hunderten Zivilklagen, darunter auch eine des Justizministeriums im Auftrag des Umweltamts EPA. Es drohen Strafen und Vergleiche in Milliardenhöhe.

(dpa)
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