Internationaler Währungsfonds: US-Wirtschaft hat das Schlimmste überstanden
zuletzt aktualisiert: 31.07.2009 - 20:18Washington (RPO). Der scharfe Abschwung der US-Wirtschaft scheint sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dem Ende zu nähern. Durch die immer umfassenderen Maßnahmen sei auch das Vertrauen in die Finanzstabilität gestärkt worden, erklärte der IWF am Freitag in seinem jährlichen Bericht zur Lage der US-Wirtschaft. Unterdessen ist die Abwrackprämie in den USA ein voller Erfolg.
Laut IWF werde die Erholung der Wirtschaft jedoch nur schleppend in Gang kommen. Die finanziellen Belastungen seien noch hoch, und von den geschwächten Arbeits- und Immobilienmärkten gingen weiterhin Risiken aus. Vor allem die steigende Arbeitslosigkeit bedrohe die Bemühungen um eine Konjunkturbelebung, sagte der Vize-Chef der IWF-Nordamerika-Abteilung, Marcello Estevao.
"Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, die Löhne nicht so stark steigen, dann ist es schwerer für die Menschen, ihre Hypotheken abzubezahlen", sagte Estevao weiter. Über die Folgen dieses Effekts herrsche große Ungewissheit. Dies sei einer der Gründe für die Prognose, dass sich die US-Wirtschaft nur allmählich erholen wird.
So werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft in der zweiten Jahreshälfte "ein bisschen" wachsen, sagte der IWF-Manager. Eine nachhaltige Erholung werde aber nicht vor dem zweiten Quartal 2010 Jahres einsetzen. Der IWF bekräftigte frühere Prognosen, nach denen das BIP in diesem Jahr um 2,6 Prozent zurückgehen und im kommenden Jahr um 0,8 Prozent wachsen wird.
Der Währungsfonds veröffentlichte den Bericht nach Konsultationen mit US-Regierungsvertretern, aber vor der Bekanntgabe zentraler Konjunkturdaten am Freitag. Demnach schrumpfte die US-Wirtschaft im Frühjahr aufs Jahr hochgerechnet nur noch um ein Prozent. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um 6,4 Prozent zurückgegangen - so stark wie seit Anfang 1982 nicht mehr.
Abwrackprämie in den USA voller Erfolg
Ähnlich wie in Deutschland ist die Abwrackprämie auch in den USA ein voller Erfolg bei den Neuwagenkäufern. Schon wenige Tage nach Beginn des Programms häuften sich die Sorgen, dass die eine Milliarde Dollar an Fördergeldern bereits aufgebraucht sind. Unterdessen verkündete der Internationale Währungsfonds, dass der Abschwung der US-Wirtschaft sich dem Ende nähere.
Das Repräsentantenhaus beschloss am Freitag, zwei Milliarden Dollar zusätzlich für die Abwrackprämien bereitzustellen. Das Geld soll aus Mitteln bereitgestellt werden, die bereits zuvor als Teil des Konjunkturprogramms genehmigt worden sind, wie der demokratische Fraktionschef Steny Hoyer erklärte.
"Cash for Clunkers"
Das US-Verkehrsministerium hatte die Abgeordneten am Donnerstag über eine geplante Unterbrechung der "Cash for Clunkers" (Bares für Rostlauben) genannten Initiative informiert. Das groß beworbene und erst am Freitag vor einer Woche gestartete Programm habe sich als "unglaublich beliebt" erwiesen, erklärte der Pressechef des Weißen Hauses, Robert Gibbs.
Der Kongress hatte das Programm im Juni verabschiedet, um den Autoabsatz anzukurbeln. Es sieht 3.500 bis 4.500 Dollar (bis zu 3.100 Euro) für die Verschrottung eines Altwagens vor. Anders als in Deutschland ist die Abwrackprämie aber an den Verbrauch und nicht ans Alter des Altfahrzeugs gekoppelt. Eigentlich sollte das Programm bis November laufen.
Bis Mittwochabend wurden im Rahmen des Programms knapp 23.000 Neuwagen gekauft und fast 96 Millionen Dollar ausgegeben. Händler zeigten sich allerdings wegen eines enormen Rückstaus bei den Anträgen besorgt.
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