| 18.21 Uhr

Vergleich in den USA
VW zahlt Autobesitzern im Abgas-Skandal bis zu 10.000 Dollar

USA: VW zahlt im Abgas-Skandal mindestens 14,7 Milliarden Dollar
Der Volkswagen-Konzern muss im Abgas-Skandal tief in die Tasche greifen. FOTO: ap
Washington. Für Rückkäufe, Entschädigungen und Strafen muss der Volkswagenkonzern in den USA mindestens 14,7 Milliarden Dollar zahlen. Einzelne Autobesitzer soll dabei bis zu 10.000 Dollar erhalten. Das sieht ein Vergleich vor Gericht vor.

Die reine Entschädigung für Autobesitzer soll zwischen 5100 und knapp 10 000 Dollar pro Fahrzeug liegen. Das kommt darauf an, wie alt das Auto ist. Zusätzlich muss der Konzern den Kunden anbieten, ihre Autos zurückzukaufen. Die Diesel-Besitzer sollen dabei so viel Geld bekommen, wie ihr Auto vor Bekanntwerden der Manipulationen wert war.

Generell haben US-Kunden eine Wahlmöglichkeit: Entweder Rückruf mit einer Nachbesserung oder Rückkauf, also Rückgabe. Diese Varianten stehen in Deutschland und Europa nicht zur Auswahl. Dafür hat der Rückruf hierzulande schon begonnen und in den nächsten Wochen soll er weiter Fahrt aufnehmen, so dass zum Jahresende alle 2,5 Millionen Diesel in Deutschland nachgebessert sein könnten. In den USA hat VW bis Mai 2018 Zeit, um sich technische Nachbesserungslösungen von den Behörden absegnen zu lassen. Das gilt dort als deutlich kniffliger.

Die Gesamtsumme des Vergleichs mit der US-Umweltbehörde EPA und den klagenden Besitzern von Diesel-Autos beläuft sich auf 14,733 Milliarden Dollar, wie aus Gerichtsdokumenten am Dienstag hervorging. Davon sind gut zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren vorgesehen.

Der Vergleich ist noch nicht rechtskräftig. Zunächst muss der Richter Charles Breyer dem Entwurf zustimmen. Seine Entscheidung wird für Ende Juli erwartet. Danach haben Kläger die Möglichkeit, das Vergleichsangebot anzunehmen. Für Deutschland und Europa werde die Einigung in den USA keine Konsequenzen haben, hatte VW zuletzt betont.

Zudem habe sich Volkswagen mit mindestens 44 Bundesstaaten auf einen separaten Vergleich geeinigt, der den Konzern mindestens 600 Millionen Dollar kosten wird, sagte ein Insider. Damit wurden Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Volkswagen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Abgaswerte von Dieselautos mit einer speziellen Software manipuliert zu haben.

(hebu/dpa/reu)
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