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Kernkraftwerke: Vattenfall feuert deutschen Atom-Chef

zuletzt aktualisiert: 16.07.2007 - 13:49

Berlin (RPO). Nach der Pannenserie in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel hat der Energiekonzern Vattenfall den Chef seiner Atomenergie-Sparte in Deutschland, Bruno Thomauske, entlassen. Die Entscheidungen seien in enger Abstimmung mit dem schwedischen Mutterkonzern gefallen, teilte der Vorstand der Vattenfall Europe AG am Montag in Berlin mit.

"Wir wollen damit verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Wir werden alles tun, um Fehler und Versäumnisse für die Zukunft auszuschließen", hieß es zur Begründung. Bis auf weiteres übernehme Reinhardt Hassa, Kraftwerksvorstand der Vattenfall Europe AG, die Geschäftsführung der Atomsparte Vattenfall Europe Nuclear Energy (VENE).

Außerdem erklärte der Leiter der Konzernkommunikation von Vattenfall Europe, Johannes Altmeppen, seinen Rücktritt. Ihm soll kommissarisch Rainer Knauber folgen. Pressesprecher des Energiekonzerns bleibt weiterhin Ivo Banek. Durch die personellen Konsequenzen will das Unternehmen "verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen".

Vattenfall zieht damit erstmals personelle Konsequenzen aus den Vorgängen um die Zwischenfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel. Das Unternehmen war wegen seiner Informationspolitik nach den Störfällen und Pannen in den AKW in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten. Die Atomaufsicht prüft derzeit unter anderem, ob Vattenfall wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Lizenz für den AKW-Betrieb entzogen wird.

Außerdem kündigte Vattenfall an, unabhängig von den behördlichen Untersuchungen der Ereignisse noch in der laufenden Woche eine hochrangige Expertengruppe mit Vertretern aus Technik und Wissenschaft einzusetzen. Sie soll ausgestattet mit einem Etat in Höhe von fünf Millionen Euro eine Gesamtanalyse vornehmen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Ihre Verbesserungsvorschläge werde man "lückenlos umsetzen".

"Es geht uns darum, jeden Zweifel an der Sicherheit der Anlagen und der betrieblichen Abläufe auszuräumen", erklärte Vattenfall. Auch die Atomaufsicht auf Bundes- und Landesebene sei eingeladen worden, einen Vertreter des gemeinsamen Vertrauens in das Gremium zu entsenden.

"Bis zur Klärung aller offenen Fragen und Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen wird das Kraftwerk Krümmel nicht wieder angefahren", hieß es. Nach einem Trafo-Brand am 28. Juni hatte dort ein Missverständnis zwischen Schichtleiter und Reaktorfahrer zu einer Schnellabschaltung des AKW geführt.

Seither waren sowohl in Krümmel als auch in dem nach einem Kurzschluss vorübergehend vom Netz genommenen Meiler Brunsbüttel weitere Mängel entdeckt worden.


 
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