Trotz Finanzkrise: Verbraucher in Kauflaune
zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 13:14Nürnberg (RPO). Finanzkrise und Rezessionsängste hindern die Verbraucher nicht daran, weiter kräftig einzukaufen. Ihre Konsumfreude bliebt auch im Oktober stabil. Der deutlich gesunkene Rohölpreis mache die Bundesbürger bei der Beurteilung ihrer persönlichen Einkommensentwicklung zuversichtlicher als im Vormonat.
Der Nürnberger Marktforscher GfK teilte in seiner am Dienstag veröffentlichen aktuellen Konsumklimastudie weiterhin mit, dass die Verbraucher "bislang überaus besonnen" auf die extremen Turbulenzen an den Finanzmärkten reagiert hätten.
Allerdings sei die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen nach einem kurzen Zwischenhoch im September aus Furcht vor einem Abgleiten der deutschen Wirtschaft in eine Rezession wieder deutlich gesunken, hieß es. Für den Konsumklimaindex prognostizieren die Marktforscher für November einen Anstieg auf 1,9 Punkten, von revidiert 1,8 im Oktober. Die Verbraucherstimmung habe sich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert, schreibt GfK-Autor Rolf Bürkl. Vor einem Jahr lag der Index noch bei 6,4 Punkten.
Mit minus mittlerweile 18,2 Punkten büßte der Indikator für die Anschaffungsneigung seinen Gewinn vom Vormonat zum Teil wieder ein und liegt derzeit um mehr als fünf Punkte unter seinem Vorjahreswert. Die Kaufzurückhaltung bekämen derzeit vor allem die Automobil- und die Baubranche zu spüren, die bereits teilweise mit Produktionseinschränkungen reagiert hätten, heißt es in der GfK-Studie. Offenbar habe auch der nachlassende Inflationsdruck keine Impulse setzen können.
Verbraucher sehen Wirtschaftsentwicklung skeptisch
Erneut skeptischer als im Vormonat stuften die Menschen im Oktober auch die Wirtschaftsentwicklung ein. Nachdem sich der Indikator der Konjunkturerwartung im September leicht erholt hatte, verlor er im Oktober mit einem Rückgang von 11,8 auf minus 27,5 Punkte wieder deutlich an Wert. Er liegt damit gut 66 Zähler unter dem Vorjahr und somit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2003.
Die Rezessionsängste der Bundesbürger hätten sich vor allem durch die teilweise panikartigen Ereignisse an den internationalen Börsen weiter verstärkt, schreibt Bürkl. Allerdings sei zum Zeitpunkt der GfK-Befragung das Banken-Rettungspaket der Bundesregierung noch nicht beschlossen gewesen. Somit bleibe abzuwarten, ob diese Maßnahme zu einem Stimmungsumschwung bei den Konsumenten beitragen könne.
Hoffnungen liegen auf kommenden Jahr
Zuversichtlicher als im Vormonat sind die Verbraucher laut GfK bei der Beurteilung ihrer persönlichen Einkommensentwicklung. Vor allem der deutlich gesunkene Rohölpreis und sinkende Inflationsraten hätten dafür gesorgt, dass der entsprechende Index im Vergleich zum Vormonat um gut einen Punkt auf minus 12,9 Punkte gestiegen sei. Damit liege er zwar immer noch deutlich unter dem Vorjahr, dennoch hätten die Verbraucher trotz der Finanzkrise nicht panisch reagiert.
Nachdem 2008 keine spürbaren Impulse mehr vom Konsum zu erwarten seien, richteten sich die Hoffnungen nun auf das kommende Jahr. Damit der private Verbrauch angekurbelt werde, komme es ganz wesentlich darauf an, das Vertrauen der Menschen in die Finanzmärkte zurückzugewinnen und eine Rezession zu vermeiden. "Dann bestünde auch die berechtigte Hoffnung, dass sich der Arbeitsmarkt weitgehend stabil zeigt", schreibt Bürkl.
Für die aktuelle Studie wurden 2.000 Verbraucher befragt. Die nächste Erhebung veröffentlicht die GfK am 25. November.
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