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Erneut Verdacht auf Kartellfälle
Großangelegte Razzia bei Stahlkonzernen

Verdacht auf Kartellfälle: Großangelegte Razzia bei Stahlkonzernen
Stahlproduktion. FOTO: dpa, Oliver Berg
Exklusiv | Düsseldorf. Die Stahlindustrie ist erneut ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben ein weiteres größeres Verfahren gegen deutsche Stahlhersteller eingeleitet. Von Kirsten Bialdiga

Es bestehe der Verdacht wettbewerbswidriger Vereinbarungen, bestätigte ein Sprecher der Behörde entsprechende Informationen unserer Redaktion. Den Angaben zufolge ließen die Kartellwächter an gleich drei aufeinanderfolgenden Tagen, am 22., 23. und 24. August 2017, insgesamt sieben Unternehmen an unterschiedlichen Standorten sowie drei Privaträume durchsuchen.

Daran beteiligt waren demnach 42 Mitarbeiter des Bundeskartellamts, die von Kräften des Landeskriminalamts und der örtlichen Kriminalpolizei unterstützt wurden. Es handele sich um ein Verfahren im Bereich Grob-, aber auch Feinblech, wie der Sprecher bestätigte. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.

Zu den mutmaßlich beteiligten Unternehmen äußerte sich die Behörde hingegen nicht. Der Salzgitter-Konzern war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bei Thyssenkrupp soll nicht durchsucht worden sein. Ein Konzernsprecher sagte aber: "Das Bundeskartellamt ermittelt seit Herbst 2015 gegen diverse Unternehmen und Wirtschaftsverbände der deutschen Stahlindustrie. Im Verdacht stehen insbesondere Absprachen bei der Festlegung von Zuschlägen bei Edelstahlprodukten beziehungsweise legierten Stählen. Auch Thyssenkrupp Steel Europe wurde jetzt über das vorläufige Ergebnis dieser Untersuchung informiert. In diesem Zusammenhang hat uns das Bundeskartellamt zudem mitgeteilt, dass es seine Ermittlungen auf weitere Stahlprodukte ausgeweitet hat. Auch hier gibt es Berührungspunkte zur Arbeit der Wirtschaftsverbände. Wir nehmen die Vorgänge sehr ernst und unterstützen die Ermittlungen der Behörde, können aufgrund der laufenden Verfahren derzeit jedoch keine weiteren Angaben machen."

 
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