Niedersachsen: Verdacht auf neuen Gammelfleisch-Skandal
zuletzt aktualisiert: 05.12.2007 - 20:10Hamburg (RPO). Womöglich gibt es einen neuen Gammelfleisch-Skandal in Niedersachsen. Nach Informationen des NDR soll einer der größten Geflügelfleisch-Produzenten in Deutschland in Verdacht geraten sein. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg haben offenbar bereits die Ermittlungen eingeleitet.
Das berichteten das ARD-Magazin "Panorama" und der Hörfunksenders NDR Info am Mittwoch. Sie zitierten die Sprecherin der Justizbehörde: "Wir haben ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetz eingeleitet."
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg war am Abend nicht mehr für Anfragen erreichbar. Das Unternehmen wies laut "Panorama" und NDR-Info die Vorwürfe als "völlig gegenstandslos" zurück. Man werde die Staatsanwaltschaft "vorbehaltlos unterstützen", um eine schnelle Aufklärung zu erreichen.
Den NDR-Berichten zufolge haben ehemalige Mitarbeiter eines niedersächsischen Betriebs ausgesagt und in eidesstattlichen Versicherungen bestätigt, dass bereits verdorbenes Putenfleisch umverpackt und neu etikettiert worden sei. Sie hätten die Vorwürfe allerdings erst nach ihrer Kündigung erhoben und stünden in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen.
Am Mittwochmorgen durchsuchten Beamte laut NDR die Betriebe in zwei niedersächsischen Orten sowie eine weitere Firma in Baden-Württemberg. Laut den ehemaligen Mitarbeitern sollen in einem der Betriebe in Niedersachsen in den Monaten April und Mai dieses Jahres fast täglich verdorbenes Fleisch aus Polen angeliefert worden sein.
Es habe bereits gestunken und sei glitschig gewesen, so die ehemaligen Angestellten. Sie hätten es trotzdem wie frisches Fleisch neu verpacken müssen. Teilweise sei es mit gutem Fleisch vermischt worden.
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