Umstrittene Sparpläne: ver.di droht Telekom mit Streik
zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 - 19:28Bad Honnef (RPO). In Bad Honnef haben die Verhandlungen zwischen der Deutschen Telekom und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di über die die umstrittene Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern begonnen. ver.di macht gleich zu Beginn Druck. Auch Streik sei eine Option.
Der ehemalige Staatskonzern möchte seine Beschäftigten in drei Gesellschaften mit dem Namen "T-Service" auslagern und so deren Arbeitsbedingungen dem "Marktniveau" anpassen. Die Gewerkschaft ver.di wollte nicht ausschließen, dass es wegen der Personalpläne zu Streiks kommt.
Ein Gewerkschaftssprecher hatte im Vorfeld angekündigt an, dass sich die Parteien "wohl heftig streiten" werden. Man erwarte "sehr schwierige Verhandlungen", ergänzte er. Von den Ausgliederungsplänen sind laut Telekom bis zu 50 000 der mehr als 160 000 inländischen Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com und der Mobilfunktochter T-Mobile betroffen. Mit der Angleichung der Arbeitsbedingungen an das "marktübliche Niveau" solle die Effizienz gesteigert werden. Die Telekom leidet vor allem unter dem zunehmenden Wettbewerb und verlor allein im vergangenen Jahr zwei Millionen Festnetzkunden.
Mehr Arbeit, weniger Geld
Für die Mitarbeiter bedeutet das beispielsweise eine Anhebung der Wochenarbeitszeit von heute 34,5 auf 38,0 Stunden. Medienberichten zufolge soll außerdem die Bezahlung sinken. Die Telekom sei nach eigener Aussage "als Gegenleistung" dazu bereit, den Ende 2008 auslaufenden Kündigungsverzicht vorzeitig zu verlängern.
ver.di-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer Lothar Schröder schloss am Donnerstag wegen der Sanierungspläne bei der Deutschen Telekom auch einen Streik nicht aus. "Wenn Sie Tarifpolitik machen, dürfen Sie Streiks niemals ausschließen", sagte der Gewerkschafter. Dies sei jedoch das letzte Mittel. Schröder erneuerte am Donnerstag seine Forderung, auf die Auslagerung der 50 000 Telekom-Mitarbeitern in Tochtergesellschaften zu verzichten. Er halte diese Auslagerung für unsinnig und unnötig. Sie werde den Service im Unternehmen nicht verbessern und diesem deshalb auch nicht weiterhelfen.
Schröder rechnete im Vorfeld der Gespräche nicht mit einer Einigung am Donnerstag. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns bei so weit auseinander liegenden Positionen bereits auf irgendwas verständigen werden", sagte er. Der Gewerkschaft gehe es darum, die Konditionen der Beschäftigten abzusichern, wenn man die Auslagerung nicht verhindern könne, erläuterte Schröder seine Verhandlungsziele. Es gehe um Beschäftigungs- und Standortsicherung.
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