Tarifverhandlungen für Bankangestellte gescheitert: Verdi fordert acht Prozent mehr Gehalt
zuletzt aktualisiert: 19.06.2008 - 16:12Berlin (RPO). Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 250.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes ist am Donnerstag ergebnislos vertagt worden. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordert acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 260 Euro sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Arbeitgeber hätten sich in keinem Punkt bewegt, man erwarte "sehr harte Verhandlungen". Die nächste Runde soll am 1. Juli in Frankfurt am Main stattfinden.
Die Sprecherin sagte, die Arbeitgeber hätten überhaupt kein Gehaltsangebot gemacht. Sie müssten umdenken, ansonsten drohe ein Tarifkonflikt. Verdi-Verhandlungsführer Uwe Foullong habe von einem "Betonverhalten" der Arbeitgeber gesprochen.
Die Banken-Arbeitgeber hatten die Gehaltsforderung bereits vor den Verhandlungen als deutlich überzogen zurückgewiesen und forderten ihrerseits mehr Flexibilität im Tarifvertrag. Verdi verlangt darüber hinaus die Verlängerung der Vorruhestandsregelung über 2008 hinaus sowie eine Übernahme der Auszubildenden für ein Jahr. Die Zahl der Auszubildenden soll um drei Prozent gesteigert werden. Foullong sagte, angesichts der guten Gewinne im Bankgewerbe, zu denen die Beschäftigten maßgeblich beigetragen hätten, sei die Forderung angemessen. Bei den Großbanken habe es Dividendenerhöhungen für die Aktionäre gegeben, jetzt müssten auch die Arbeitnehmer entsprechend honoriert werden.
Der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, Heinz Laber, sagte dagegen, Erfolg im Vertrieb und Kundenzufriedenheit müssten sich künftig stärker im Gehalt widerspiegeln. Das Flexibilisierungspaket umfasse zudem die Forderung, den Langzeitkontentarif auszuweiten und die bislang befristete Regelung zur Samstagarbeit dauerhaft im Tarifvertrag festzuschreiben.
Der Spielraum für Gehaltsanpassungen sei beschränkt, da durch die Finanzmarktkrise die Geschäftsentwicklung deutscher Banken auch künftig starken Belastungen ausgesetzt sei, erklärte Laber. Zudem seien die Tarifeinkommen der Bankbeschäftigten seit 2000 real um sechs Prozent und damit überdurchschnittlich gestiegen.
Eine klare Absage erteilten die Arbeitgeber der Forderung von Verdi, auf Tarifebene über den Verzicht von betriebsbedingten Kündigungen zu verhandeln. Auch die Forderung nach einem Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz lehnen die Arbeitgeber ab.
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