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Tarifverhandlungen
Gewerkschaften fordern Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst

Verdi fordert sechs Prozent mehr für öffentlichen Dienst
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske (Archiv). FOTO: dpa, rhi cul fgj
Berlin. Die Wirtschaft läuft, die Steuereinnahmen fließen. Die Gewerkschaften fordern deshalb eine deutliche Lohnerhöhung für die Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Verhandlungen beginnen Ende Februar.

Die rund 2,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen sollten an der "Festtagsstimmung in der Wirtschaft teilhaben", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Gewerkschaften forderten deshalb sechs Prozent oder mindestens 200 Euro mehr pro Monat. Das habe die zuständige Tarifkommmission beschlossen. In ihr sind folgende Gewerkschaften vertreten: die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der dbb-Beamtenbund, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Durch das günstige wirtschaftliche Umfeld wachse das Bruttoinlandsprodukt im neunten Jahr in Folge, das ermögliche 2018 kräftige Lohnzuwächse, sagte der Verdi-Chef weiter. Der Arbeitsmarkt drehe sich von einem Angebots- zu einem Nachfragemarkt, dem müsse auch die Lohnentwicklung Rechnung tragen. Hinzu komme eine auf 1,8 Prozent anziehende Preissteigerungsrate. Ähnlich hatte er sich schon geäußert.

Zu den weiteren Forderungen der Gewerkschaften gehört eine Angleichung von Sonderzahlungen wie das Urlaubsgeld im Tarifgebiet Ost an das Westniveau, um die ungleiche Bezahlung zu beenden. Insgesamt liege das Volumen der Gesamtforderung bei sieben Prozent, sagte Bsirske. 

Die Tarifrunde beginnt am 26. Februar in Potsdam. Für den 12. und 13. März sowie den 15. und 16. April sind zwei weitere Verhandlungsrunden geplant. 2016 hatten die Gewerkschaften ein Plus von sechs Prozent gefordert und eine Lohnsteigerung in zwei Stufen um 2,4 Prozent zum März 2016 und um 2,35 Prozent zum Februar 2017 ausgehandelt.

(wer/dpa/afp)
 
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