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Telekom: Verdi kündigt Kampf gegen Schließung von Call-Centern an

zuletzt aktualisiert: 24.08.2008 - 12:36

München (RPO). Der deutschen Wirtschaft droht der nächste Konflikt: Gegen die geplante Schließung von Call-Centern der Telekom an 39 Standorten und die Auslagerung von 6.000 Netztechnikern hat die Gewerkschaft Verdi Widerstand angekündigt. "Wir suchen den Schulterschluss mit der Politik und wollen im öffentlichen Konflikt das Konzept zu Fall bringen", sagte Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder.

Die Gewerkschaft Verdi hat Widerstand gegen die geplanten Schließungen von Telekom-Call-Centern angekündigt.  Foto: AP, AP
Die Gewerkschaft Verdi hat Widerstand gegen die geplanten Schließungen von Telekom-Call-Centern angekündigt. Foto: AP, AP

Laut dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Schröder weiter, dass der Streit über die Call-Center zudem Aufträge kosten könne: "T-Systems muss fürchten, dass das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern in Regionen leidet, in denen die Telekom ihre Call-Center schließt", wurde Schröder zitiert, der auch stellvertretender Vorsitzender im Telekom-Aufsichtsrat ist.

Auch in der Netztechnik steht offenbar ein Konflikt bevor: "Hier können wir schnell im Arbeitskampf landen", warnte Schröder und fügte hinzu: "Die Leute werden sich mit Erbitterung gegen die Ausgliederung wehren. Bei den Call-Centern erleben sie ja, was das bedeutet."

Gegen die geplanten Schließungen der Call-Center hatten bereits Telekom-Beschäftigte mit ersten Aktionen in mehreren Bundesländern protestiert. Die Telekom hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sie 53 Call-Center in 39 Städten schließen will. Allen 8.000 betroffenen Beschäftigten sollen gleichwertige Jobs an den 24 verbleibenden Standorten angeboten werden. Das Unternehmen begründet den Umbau damit, dass in größeren Standorten die Kosten geringer seien. Die Telekom verspricht sich jährliche Einsparungen von etwa 57 Millionen Euro.

T-Mobile mit dem iphone-Verkaufsstart zufrieden

Seit dem Verkaufsstart des neuen iPhones vor vier Wochen hat die Mobilfunksparte der Telekom 120.000 Geräte verkauft, davon allein 75.000 in Deutschland. "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Zahlreiche Läden waren nach wenigen Stunden ausverkauft", sagte der Chef von T-Mobile International, Hamid Akhavan, dem Magazin "Focus" zufolge. Er räumte aber Lieferprobleme ein: "Apple hat es auf sich genommen, das Produkt in 22 Ländern gleichzeitig zu starten. Wir gehen davon aus, dass der Rückstand bis Ende des Monats aufgeholt ist", wurde er zitiert.

Um ländliche Gebiete besser mit Breitbandverbindungen zu versorgen, interessiert sich Akhavan dem "Focus"-Bericht zufolge für Frequenzen, die bislang für die Rundfunkanstalten reserviert seien - von diesen aber wegen der Digitalisierung kaum noch genutzt würden. "Auf längerwelligen TV-Frequenzen, die derzeit brach liegen, könnten wir mit nur einem Funkmast im Umkreis von 30 Kilometern modernste Breitbandverbindungen offerieren", sagte er. Das sei gerade im ländlichen Raum wirtschaftlich sinnvoll. Eine neue Versteigerung von Frequenzen hingegen lehnte Akhavan ab: "Wir haben genug für UMTS bezahlt, mit einer neuen Auktion bin ich nicht einverstanden."

Früherer Telekom-Mitarbeiter wegen Insiderhandels angeklagt

Wegen Inisiderhandels mit Optionsscheinen ist gegen einen früheren Telekom-Manager und einen Bonner Unternehmer Anklage erhoben worden. Die Ermittlungen seien abgeschlossen, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Sonntag auf AP-Anfrage. Der Ex-Mitarbeiter einer Telekom-Abteilung in New York soll dem Unternehmer in fünf Fällen sensible Informationen weitergegeben haben, sagte der Sprecher und bestätigte damit einen entsprechenden Vorabbericht des Magazins "Focus".

Mit dem Insiderwissen habe der Unternehmer dann in 35 Fällen insgesamt einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro gemacht. So soll er vorab darüber informiert gewesen sein, wenn der Konzern eine Gewinnwarnung an die Aktionäre herausgeben oder eine hohe Dividende ausschütten wollte, schreibt das Blatt. Die Ermittlungen waren der Staatsanwaltschaft zufolge von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits im Jahr 2006 ausgelöst worden.

Quelle: ap

 
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