Jede dritte Stelle bedroht: Verdi sieht Tausende Schlecker-Filialen bedroht
zuletzt aktualisiert: 28.01.2009 - 19:05Essen (RPO). Für die Schlecker-Mitarbeiter beginnt eine Zeit der Unsicherheit: Die Gewerkschaft Verdi befürchtet die Schließung von rund 4000 kleineren der insgesamt rund 10.000 Schlecker-Filialen in Deutschland und warnt vor "drohenden Massenentlassungen" in diesem Jahr.
Es gebe ein "extrem hohes Arbeitsplatzrisiko für potenziell 12 000 Beschäftigte" des führenden deutschen Drogerieunternehmens, sagte der Verdi-Unternehmensbetreuer für die Schlecker-Beschäftigten, Achim Neumann, der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Damit wäre fast jede dritte Stelle bei Schlecker in Deutschland in Gefahr.
Hintergrund sei, dass Firmeninhaber Anton Schlecker angesichts des Wettbewerbsdrucks einen tiefgreifenden Umbau eingeleitet habe und dabei künftig unter anderem verstärkt auf größere Filialen setze. Die Mitarbeiter, in überwiegender Zahl Teilzeitkräfte, sowie Betriebsräte seien bislang im Dunkeln über die Pläne gelassen worden, so Neumann. Bei Schlecker herrsche ein "Klima der Angst".
Im Inland kämpfe der Drogeriediscounter wegen der Konkurrenz vor allem der Wettbewerber dm und Rossmann seit längerem mit massiven Umsatzeinbrüchen, sagte Neumann. Jüngst veröffentlichte Umsatzzuwächse für 2008 von sechs Prozent auf 7,42 Milliarden Euro seien allein dem Geschäft im Ausland zu verdanken. "Jetzt geht es um eine komplette strategische Neuaufstellung am Markt", sagte Neumann. Von Schlecker gab es der Zeitung zufolge zunächst keinerlei Stellungnahme.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
