Ab Dienstag gibt es neue Warnstreiks: Verdi will deutsche Flughäfen lahmlegen
zuletzt aktualisiert: 03.03.2008 - 07:20Hamburg (RPO). Offenbar will die Gewerkschaft Verdi diese Woche fast alle deutschen Flughäfen in der Hauptverkehrszeit lahmzulegen. Es soll bereits ein Vorbereitungstreffen für die Aktion gegeben haben. Möglicherweise muss der Luftraum über Deutschland aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Das berichtete die in Hannover erscheinende "Neue Presse" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Nicht betroffen wären Flughäfen mit Haustarifverträgen, also Dresden, Leipzig und Bremen. Welche Berufsgruppen sich beteiligen, sei jedoch unklar. Falls angestellte Bundespolizisten streiken würden, könnte wegen der fehlenden Sicherheitskontrolle niemand mehr an Bord.
Sollten Flugzeugabfertiger die Arbeit niederlegen, würden die Maschinen nicht betankt und rangiert, blieben also auf dem Rollfeld stehen. Falls sich auch die Feuerwehr beteilige, müsste sogar der gesamte Flugbetrieb ruhen. Dies könnte dann auch den internationalen Flugverkehr beeinträchtigen.
Nachdem die vierte Verhandlungsrunde am vergangenen Dienstag ergebnislos vertagt worden war, kündigten Verdi und andere Gewerkschaften für diese Woche massive Warnstreiks an. Von Montag an soll es in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens bundesweit Arbeitsniederlegungen geben.
Die Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion fordern acht Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, mindestens jedoch monatlich 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber bieten den 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen für 24 Monate Laufzeit stufenweise fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Ausweitung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden.
Neben den Flughäfen sollen in dieser Woche vor allem Kindertagesstätten, der Nahverkehr, Müllabfuhren und Krankenhäuser betroffen sein. "Die Stimmung ist gereizt. Dienstag und Mittwoch wird es erstmals flächendeckende Warnstreiks in allen Sparten geben", sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter.
Das sagte Reutter im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung . Die Arbeitgeber seien am Zug, ein ernsthaftes Angebot vorzulegen.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach sich für höhere Löhne aus. Viele Menschen hätten heute real weniger in der Tasche als vor vier, fünf Jahren, sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Rundschau" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Deshalb trete ich nun für Lohnerhöhungen ein, die das bessere wirtschaftliche Umfeld widerspiegeln." Auch der öffentliche Dienst werde an dieser Entwicklung teilhaben. "Das wird keine Nullrunde sein wie in den vergangenen Jahren", sagte er.
Nach den Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche hatte Verdi mit neuen Warnstreiks gedroht. Die Gespräche sollen Ende dieser Woche fortgesetzt werden. Dabei fordern die Gewerkschaften acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber ein Plus von monatlich 200 Euro. Die Arbeitgeber bieten bisher eine Anhebung in mehreren Stufen um insgesamt fünf Prozent an. Als Ausgleich soll die Wochenarbeitszeit ab Juli von 38,5 auf 40 Stunden steigen.
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