Auch Schulbusse betroffen: Verdi will Nahverkehr in NRW lahmlegen
VON BRITTA KRAUSS UND MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 15:13Düsseldorf (RP). NRW droht am Donnerstag ein Verkehrschaos. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) kündigten Warnstreiks für den Nahverkehr an. So fährt etwa in Mönchengladbach nach Angaben des Verkehrsbetriebs NVV von 4.30 bis nach Mitternacht keiner der 196 Linienbusse – auch nicht die Schulbusse.
Rund 150.000 Fahrgäste seien betroffen, so ein Unternehmens-Sprecher. Die Rheinbahn stellt sich ebenfalls auf massive Behinderungen ein. Das Unternehmen teilte gestern mit, dass am Donnerstag alle Bahn- und viele Buslinien ganztägig nicht im Einsatz sein werden.
Betroffen sei das gesamte Rheinbahn-Netz, also die Stadt Düsseldorf, der Kreis Mettmann, die Stadt Meerbusch und Verbindungen nach Duisburg, Krefeld, Neuss und Ratingen. Die Rheinbahn rät Pendlern dazu, soweit möglich auf S-Bahnen der Deutschen Bahn umzusteigen.
"Warnstreiks heißt nicht, dass die Arbeit nur für eine Stunde niedergelegt wird", sagte ein Verdi-Sprecher unserer Redaktion. "Aktionen können auch bis zu zwei Tage dauern." Verdi und DBB wollen mit den Warnstreiks ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Gehalt für die 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Ländern unterstreichen. Die Arbeitgeber hatten dies in der zweiten Tarifrunde zurückgewiesen.
Schon ab heute müssen sich die Bürger in NRW auf längere Wartezeiten in den kommunalen Kliniken und Krankenhäusern einstellen. Verdi hat Streikaktionen für insgesamt 28 Krankenhäuser und Kliniken angekündigt: Im Sana-Krankenhaus in Benrath und dem LVR-Klinikum in Gerresheim sollen Beschäftigte heute zwischen 12 und 14 Uhr ihre Arbeit niederlegen.
Im Klinikum Leverkusen, Solingen, Duisburg und in der LVR-Klinik Langenfeld sind ab etwa 11.30 Uhr Aktionen geplant. In Bedburg-Hau sollen die Rheinischen Kliniken und das Heilpädagogische Heim betroffen sein. In den Einrichtungen kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Notfälle sollen aber behandelt werden. Ausgenommen von den Warnstreiks sind laut DBB die Unikliniken, weil deren Mitarbeiter dem Landestarif unterliegen.
Ab Donnerstag wollen die Gewerkschaften die Warnstreiks zudem auf Verwaltung und Kindertagesstätten ausweiten. Schon jetzt sollten Eltern bei den Einrichtungen nachfragen und sich bei Bedarf um eine Ersatz-Betreuung ihrer Kinder kümmern.
Geplant ist am Donnerstag zudem eine Kundgebung in Dortmund, bei der unter anderem Verdi-Chef Frank Bsirske auftritt. "Wir rechnen mit 2000 bis 3000 Teilnehmern", sagte ein DBB-Sprecher. Sollten sich die Arbeitgeber auch in der dritten Tarifrunde nicht auf die Gewerkschaften zubewegen, würden die "Streiks in Deutschland und NRW eine Nummer heftiger ausfallen", so der Sprecher.
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