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Volkswagen
Vergleich für Abgas-Skandal könnte fast 15 Milliarden Dollar kosten

Vergleich für Abgas-Skandal könnte VW fast 15 Milliarden Dollar kosten
Für VW geht es in den USA um viele Milliarden FOTO: dpa, kjh kno wst
San Francisco. VW muss für den anstehenden Vergleich mit Klägern in den USA tiefer in die Taschen greifen als gedacht: Von fast 15 Milliarden Dollar ist die Rede.

Der Autobauer habe Vergleichszahlungen in Höhe von 14,7 Milliarden Dollar (rund 13,2 Milliarden Euro) zugestimmt, teilte eine mit dem Deal vertraute Person der Nachrichtenagentur AP mit. Zehn Milliarden Dollar seien für die Reparatur oder den Rückkauf von knapp 475.000 Wagen mit Zwei-Liter-Dieselmotoren bestimmt, deren Abgaswerte bei Tests manipuliert worden waren. Jeder betroffene Autobesitzer solle zudem mit 5100 bis 10.000 Dollar entschädigt werden.

Dem Deal müsste der zuständige Richter Charles Breyer am Dienstag in San Francisco zustimmen. Bleibt es bei der genannten Summen, wäre es der größte Vergleich in einem Autoskandal in der US-Geschichte. Noch vor einigen Tagen war von einer Einigung im Umfang von rund neun Milliarden Euro die Rede gewesen.

Hinweis: Mittlerweile ist klar: Volkswagen stimmt dem Vergleich zu genannter Summe zu.

Im September hatte VW zugegeben, illegale Software in Hunderttausende seiner Fahrzeuge mit "Clean-Diesel"-Motoren installiert zu haben. Der Kniff sorgte dafür, dass die Emissionswerte während Tests deutlich geringer waren als im Straßenverkehr. Laut der Umweltschutzbehörde EPA stoßen diese Autos auf der Straße bis zu 40 Mal höhere Werte des schädlichen Stickstoffoxids aus als erlaubt.

Erstattung von Autos

Fahrzeugbesitzer und das US-Justizministerium verklagten den Konzern. Im April hatte das Gericht in San Francisco bekanntgegeben, dass die Fahrzeugbesitzer die Option hätten, dass VW ihre Autos zurückkauft oder repariert. Wie VW die Fahrzeuge warten will, um sie in Einklang mit den amerikanischen Luftqualitätgesetzen zu bringen, müsse aber noch geklärt werden, sagte die Gewährsperson. Autobesitzer, die ihren Wagen von VW zurückkaufen lassen möchten, bekommen demnach den Preis erstattet, der vor Bekanntwerden des Skandals am 18. September 2015 galt. Der Durchschnittswert für einen VW-Diesel ist seit Beginn der Affäre dem um 19 Prozent gesunken: Im August 2015 lag er noch bei 13 196 Dollar, im Mai dann bei 10 674, wie das Branchenunternehmen Kelley Blue Book vorrechnet.

Im Rahmen des Vergleichs müsse VW zudem 2,7 Milliarden Dollar zur Begrenzung von Umweltschäden sowie weitere zwei Milliarden Dollar für Forschungsprojekte zu Vermeidung sämtlicher Emissionen zahlen, hieß es.

Betroffene Autobesitzer haben den Angaben zufolge aber auch das Recht, die VW-Offerte auszuschlagen und den Konzern auf eigene Faust zu verklagen. Für den Autobauer dürfte der Vergleich aber nur die Spitze des Eisbergs sein: Neben weiteren Bußgeldern in Milliardenhöhe ist der Konzern mit einer Klage von Generalstaatsanwälten und einem möglichen Strafverfahren konfrontiert.

Im April hatte VW 18,2 Milliarden Dollar für die Gesamtaufarbeitung des Skandals zur Seite gelegt. Weltweit sind nämlich elf Millionen Wagen von der Abgas-Affäre betroffen.

(crwo/ap)
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