Nach monatelangen Verhandlungen: Verkauf von Airbus-Werken an US-Firma steht bevor
zuletzt aktualisiert: 15.12.2007 - 21:55Frankfurt/Berlin (RPO). Nach monatelangen Verhandlungen steht der Verkauf der drei deutschen Airbus-Werke in Nordenham, Varel und Augsburg nun offenbar kurz bevor. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hält es Airbus-Chef Thomas Enders für möglich, sich bis Freitag mit der US-Firma Spirit Aero Systems über den Verkauf der drei deutschen Werke und des Werks im britischen Filton zu einigen.
Weiter berichtete das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise, dass Enders zuletzt am Freitag Gespräche mit Spirit geführt hat.
Das US-Unternehmen besitze eine besonders hohe Kompetenz in der modernen Kohlefasertechnologie, die für den Bau künftiger Modelle eine wichtige Rolle spielt. In dieser Hinsicht habe Spirit mehr als deutsche Interessenten an den Airbus-Werken überzeugt, hieß es weiter.
Die Fabrik im deutschen Laupheim, die auch verkauft werden soll, spielt dem Blatt zufolge in den Verhandlungen mit Spirit dagegen keine Rolle, weil die dort hergestellten Teile der Kohlefasertechnologie nicht bedürfen.
Das in Wichita (Kansas) ansässige Unternehmen Spirit unterhält laut "FAS" sehr enge Geschäftsbeziehungen zum Airbus-Rivalen Boeing, gehört aber gleichzeitig schon heute zu den Lieferanten von Airbus. In der Flugzeugindustrie ist es nicht unüblich, dass spezialisierte Unternehmen sowohl Airbus als auch Boeing beliefern.
Nach Problemen mit dem Großraumflugzeug A380 und dem Langstreckenflieger A350 hatte Airbus das Sparprogramm Power8 aufgelegt. Neben einem umfassenden Stellenabbau ist darin auch der Verkauf der Standorte Augsburg und Laupheim (1200 Beschäftigte) sowie Varel (1350 Beschäftigte) und Nordenham (2300 Mitarbeiter) vorgesehen. In den kommenden Jahren will EADS insgesamt 10 000 der europaweit 57 000 Arbeitsplätze streichen, darunter 3700 der rund 22 000 Stellen in Deutschland.
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