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Aktionärsschützerin: Verkauf von Douglas-Töchtern wahrscheinlich

zuletzt aktualisiert: 22.01.2013 - 15:44

Düsseldorf (RPO). Der Finanzinvestor Advent hat mehr als 96 Prozent der Douglas-Aktien eingesammelt. Die verbliebenen Kleinaktionäre sollen herausgedrängt werden. Neben dem Besitzerwechsel werden weitere Veränderungen erwartet.

Kleinaktionäre sollen aus Douglas heraus gedrängt werden.  Foto: dpa, Rolf Vennenbernd
Kleinaktionäre sollen aus Douglas heraus gedrängt werden. Foto: dpa, Rolf Vennenbernd

Mit dem Finanzinvestor Advent im Rücken sollen die Douglas-Parfümerien und die Christ-Schmuckläden im In- und Ausland expandieren. Die Vize-Hauptgeschäftsführerin der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher, hält tiefgreifende Veränderungen beim Verluste schreibenden Handelskonzern Douglas für wahrscheinlich. Der neue Haupteigentümer wird nach ihrer Einschätzung versuchen, verschiedene Randaktivitäten über kurz oder lang zu versilbern.

Geht beim Handelskonzern Douglas eine Ära zu Ende?

Benner-Heinacher: "Es beginnt ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte. Bisher hatte die Gründerfamilie Kreke im Einvernehmen mit anderen Familienaktionären die Mehrheit. Jetzt hat ein Finanzinvestor das Sagen, da wird knallhart gerechnet. Der wird auch klar unterscheiden, was ist das Kerngeschäft und was sind die Randaktivitäten. Advent ist aber keine "Heuschrecke", die rasch weiterzieht. Der US-Finanzinvestor bleibt verglichen mit anderen Beteiligungsgesellschaften relativ lang bei Unternehmen an Bord."

Sind Unternehmensverkäufe wahrscheinlich?

Benner-Heinacher: "Das Kerngeschäft sind die Douglas-Parfümerien. Auch die Christ-Schmuckgeschäfte bieten Potenzial. Die Buchhandelskette Thalia muss zwar erst einmal saniert werden. Unter dem Dach der Advent-Bietergesellschaft Beauty Holding Three wird es auf lange Sicht gesehen aber keinen Platz für Bücher geben. Auch der Verbleib der Hussel-Süßwarengeschäfte und AppelrahtCüpper-Modeläden unter dem Holding-Dach auf Dauer ist fraglich. Zwischen diesen Fachmarktketten gibt es keine Synergien."

Welche Fehler hat die Gründerfamilie Kreke gemacht?

Benner-Heinacher: "Krekes haben lange Zeit an relativ kleinen Randaktivitäten festgehalten nach dem Motto, diese Unternehmen sind traditionsreich oder waren sogar einmal die Keimzelle. Solange diese Töchter Plusminusnull unter dem Strich abschneiden, wäre das in Ordnung. Der falsche Schritt bei der Weitentwicklung des Konzerns war die Expansion im Buchbereich, wo man sich nicht so gut auskennt. Sie können Parfüm und seit Christ auch Schmuck. Der schwächelnde Buchbereich belastet den gesamten Konzern."

Sind Krekes und Advent Partner auf Augenhöhe?

Benner-Heinacher: "Das ist Augenwischerei. Die Familie ist der absolute Juniorpartner. Angekündigt war ein Anteil der Krekes von 20 Prozent an der Advent-Bietergesellschaft Beauty Holding Three. Advent hat das Sagen. Ich glaube, dass Advent gut beraten ist, (Vorstandschef) Henning Kreke im Management zu belassen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es mittelfristig Veränderungen gibt. In der Douglas Holding braucht man nach einem möglichen Rückzug von der Börse nur einen Vorstandschef und einen Finanzvorstand."

Quelle: dpa
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