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"Zug der Erinnerung"
Verkehrsminister rüffelt Bahnchef

Berlin (RP). Auf Bahnchef Hartmut Mehdorn ist Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) derzeit nicht besonders gut zu sprechen. Grund: die Weigerung des Managers, den Aufenthalt des "Zuges der Erinnerung" in der Hauptstadt Berlin zu unterstützen. Mit dieser Aktion will eine Initiative auf die Verwicklung der Reichsbahn in die Transporte von Juden in die Vernichtungslager der Nazis aufmerksam machen. Von Martin Kessler

Mehdorn hatte die Aktion im Berliner Hauptbahnhof wegen organisatorischer Probleme abgelehnt. Kritiker werfen ihm vor, er wolle die neue Vorzeigestation nicht mit der Erinnerung an Nazi-Gräuel in Verbindung bringen. Tiefensee ging jetzt in einem Brief an Mehdorn, der unserer Redaktion vorliegt, mit dem Bahnchef mächtig ins Gericht. "Die Bahn hat sich mit ihrer bisherigen Haltung weitgehend isoliert, und das Ansehen des Unternehmens droht ernsthaft Schaden zu nehmen", schreibt Tiefensee.

Er forderte Mehdorn deshalb auf, seine bisherige Haltung "zu revidieren". Mehdorn solle den "Zug der Erinnerung" konstruktiv begleiten und die 100.000 Euro teuren Trassen- und Stationsgebühren durch eine gleich hohe Spende erstatten.

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