Geheime Datensammlung: Versicherungen informieren über "schwarze Schafe"
zuletzt aktualisiert: 14.04.2009 - 08:20Berlin (RPO). Jahrelang wurde von der Versicherungswirtschaft ein großes Geheimnis um die Datensammlung gemacht, mit der "schwarze Schafe" aussortiert wurden. Mit der Geheimniskrämerei ist jetzt Schluss.
Nach einem Bericht der Stiftung Warentest werden Versicherte ab dem 1. April vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft informiert, wenn sie von einer Gesellschaft in das "Hinweis- und Informationssystem" (HIS) gemeldet werden.
Das kann der Fall sein, wenn sie von ihrem Versicherer mehrere Schäden kurz hintereinander regulieren lassen oder wenn ein kaskoversicherter Autofahrer einen Neuwagen inklusive Papieren als gestohlen meldet.
Erst nach fünf Jahren wird ein HIS-Einrag automatisch wieder gelöscht. Auch Kunden, die vermuten, sich bereits auf der schwarzen Liste zu befinden, können nun laut Stiftung Warentest vom Verband prüfen lassen, ob sie unter Betrugsverdacht stehen.
Anzeichen dafür sind, dass Versicherer dem Kunden nur teurere Policen oder gar keine geben. Vom Verband erfahren Kunden jedoch nur, ob es einen Eintrag gibt und wer ihn veranlasst hat. Warum und weshalb, müssen Kunden beim jeweiligen Versicherer erfragen. Sie sind laut Gesetz zur Auskunft verpflichtet.
Hinweise gibt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Hinweis- und Informationssystem, Wilhelmstraße 43/43 G, 10117 Berlin.
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