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Ehemaliger DaimlerChrysler-Chef: Versicherungen zahlen Millionen für Schrempp-Interview

zuletzt aktualisiert: 02.01.2007 - 07:41

Hamburg (RPO). Im Oktober 2000 gab der damalige DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp ein missglücktes Interview, das den Konzern Millionen kostete. Jetzt konnte sich der Stuttgarter Autobauer in einem jahrelangen Streit mit Versicherungen durchsetzen, die nun für den Schaden aufkommen müssen.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" einigten sich der Stuttgarter Autokonzern und die Gesellschaften unter Führung des Versicherungsunternehmens ACE kurz vor dem Jahreswechsel auf einen Vergleich. Die Versicherer zahlten weitere 168 Millionen Euro und damit fast die gesamten von DaimlerChrysler noch beanspruchten 175 Millionen Euro.

Hintergrund des Falles ist ein missglücktes Interview des Ex-Konzernchefs Jürgen Schrempp. Er hatte im Oktober 2000 erklärt, beim Zusammenschluss von Daimler und Chrysler habe es sich nicht - wie bis dahin öffentlich bekundet - um eine Fusion unter Gleichen gehandelt, sondern um eine Übernahme durch Daimler.

Chrysler-Aktionäre fühlten sich darauf hin getäuscht, verlangten Schadensersatz in Milliardenhöhe und zogen vor Gericht. DaimlerChrysler einigte sich mit ihnen auf die Zahlung von 300 Millionen US-Dollar.

Allerdings weigerten sich die Versicherer des Autokonzerns zu zahlen - bis auf das US-Unternehmen AIG, das für die erste Deckungsstufe 25 Millionen Euro erstattete. Sie warfen Schrempp Vorsatz vor. DaimlerChrysler klagte bereits 2005 auf Zahlung der restlichen 175 Millionen Euro - die der Konzern mit dem Vergleich nun größtenteils bekommt.

ACE-Deutschlandchef Lothar Riedle bestätigte den Vergleich. Zur Höhe wollte er dem Blatt allerdings nichts sagen. Neben ACE sind Axa, HDI, Chubb, Zurich Financial, Gerling, XL und Baseler betroffen. Zahlen müssen auch Rückversicherer wie Swiss Re, bei denen diese Gesellschaften sich selbst abgesichert haben.

Quelle: afp

 
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